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Die Ukraine-Frist hat ein Datum: Putin stimmte im Grundsatz zu, und den November wählte der amerikanische Wahlkalender

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Die Ukraine-Frist hat ein Datum: Putin stimmte im Grundsatz zu, und den November wählte der amerikanische Wahlkalender

Die Frist hat jetzt ein Datum. November - bis zu diesem Monat will Washington den Krieg in der Ukraine beendet sehen, und Donald Trumps beide Sondergesandte, Steve Witkoff und Jared Kushner, trugen diesen Vorschlag zuerst nach Moskau und dann nach Kiew. Laut Quellen stimmte Wladimir Putin dem Zeitrahmen im Grundsatz zu.

Im Grundsatz. Bei diesem Wort sollte man verweilen, denn im diplomatischen Vokabular bedeutet es alles und nichts. Witkoff und Kushner verbrachten über drei Stunden im Kreml, und nach dem Treffen lobten sowohl die amerikanische als auch die russische Seite die Atmosphäre - ein klassisches Indiz dafür, dass in der Sache fast nichts vereinbart wurde. Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine sei verhandlungsbereit, bereite zugleich aber eine Militäroffensive vor. Wer das liest, liest keinen Mann, der glaubt, der Krieg ende bis November.

Ein Plan, der schon einmal abgelehnt wurde

Den Quellen zufolge ähnelt der Vorschlag stark dem Friedensplan von Ende vergangenen Jahres - einschließlich des Abzugs ukrainischer Truppen aus dem Donbass. Diese Forderung hat Kiew bereits einmal zurückgewiesen. Verändert hat sich nicht der Inhalt, sondern wer nun Druck macht und wie viel Zeit ihm bleibt.

Der November ist nicht zufällig gewählt. Im November finden in Amerika Kongresswahlen statt, und Analysten sagen offen, dass Trump wenigstens einen vorläufigen Frieden davor will. Keinen dauerhaften - einen vorläufigen. Den Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern bezahlt jemand anderes.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow befand, der amerikanische Ansatz „verdient Unterstützung“. Wenn Moskau einen amerikanischen Plan lobt, lohnt es sich, zweimal zu lesen, was genau da gelobt wird.

Wo ist Europa in alldem

Selenskyj kündigte ein Treffen mit Trump am 20. September an sowie Gespräche über ein trilaterales Format - Ukraine, USA, Russland. In dieser Liste klafft eine offensichtliche Lücke. Europäische Unterstützung gilt als entscheidend dafür, dass ein Abkommen Bestand hat, aber Europa sitzt derzeit nicht an dem Tisch, an dem der Text geschrieben wird, sondern an jenem, an dem man ihn später zur Unterschrift vorlegt.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig. Die Großen einigen sich, die Kleinen erfahren davon, und der Friedensplan trägt danach den Namen der Stadt, in der er unterzeichnet wurde. Die Frage ist nicht, ob es ein Abkommen geben wird - die Frage ist, wessen Kalender es diktiert.