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Ukrainische F-16 fliegen mit leeren Trägern: Piloten greifen zur Bordkanone, weil die Raketen fehlen

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Ukrainische F-16 fliegen mit leeren Trägern: Piloten greifen zur Bordkanone, weil die Raketen fehlen

Es gibt eine Szene, die die Geschichte dieses Krieges besser erzählt als jeder Gipfel: Der Pilot eines modernen westlichen Kampfjets fliegt einen Einsatz mit fast leeren Raketenträgern und verlässt sich auf die im Flugzeug verbaute Kanone.

Laut einem Bericht eines spezialisierten amerikanischen Militärportals stehen die ukrainischen F-16 vor einem ernsten Mangel an Luft-Luft-Raketen. Das Problem betrifft die amerikanischen AIM-9 Sidewinder und AIM-120 AMRAAM - erstere sind infrarotgelenkte Kurzstreckenraketen, letztere wirken auf mittlere Distanz. Beide werden inzwischen streng rationiert.

Das Portal beruft sich auf einen Journalisten, der mit einem hohen Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe sprach. Der Kommandeur mit dem Rufzeichen „Phantom“ bestätigte, dass Piloten wegen des Raketenmangels Bordkanonen gegen Luftziele einsetzen müssen. Seine Forderung war unmissverständlich: mehr AIM-9 oder AIM-120 für die Flotte, dazu neue Abfangflugkörper für die Patriot-Systeme.

Wenn die Kanone zur Hauptwaffe wird

Ohne Raketen bleibt die 20-Millimeter-M61 Vulcan. Doch Kanone heißt Annäherung - viel näher ans Ziel, als es jede Rakete verlangt. Gegen kleine Drohnen und Marschflugkörper ist das doppelt schlecht: Das Ziel ist klein und schnell, und der Pilot muss in die Reichweite des gegnerischen Feuers, um es zu treffen.

Das Problem ist zudem breiter, als es auf den ersten Blick wirkt. Die AIM-120 wird auch in den bodengestützten NASAMS-Systemen eingesetzt, dieselbe Munition hat also mehrere Abnehmer innerhalb derselben Verteidigung. Jede in der Luft verbrauchte Rakete ist eine Rakete weniger zum Schutz der Städte - und umgekehrt.

Es ist nicht das erste Mal. Schon im März wurde gemeldet, die ukrainische F-16-Flotte sei über drei Wochen ohne ausreichende amerikanische Raketen geblieben, genau als Russland eine intensive Luftkampagne vorbereitete. Damals hieß es, Kiew verfüge nur über eine „Handvoll“ Sidewinder-Raketen. Dasselbe Problem kehrt sechs Monate später zurück - das spricht nicht für einen Lieferzwischenfall, sondern für eine strukturelle Lücke.

Ein Flugzeug ist kein Paket, das man einmal liefert

Hier liegt die Lehre, die politische Mitteilungen regelmäßig auslassen. Die Lieferung von Kampfjets sieht aus wie der finale Akt der Unterstützung - das Bild ist gut, die Zahl konkret, die Schlagzeile stark. Doch ein Flugzeug ist eine Plattform, keine Lösung. Ohne stetigen Nachschub passender Munition ist es teures Metall, das fliegt.

Gleichzeitig verbraucht die ukrainische Luftverteidigung riesige Mengen an Abfangflugkörpern, um Städte und kritische Infrastruktur zu schützen, während Russland den Drohneneinsatz ausweitet. Kiew hat deshalb ein doppeltes Problem: Patriot-Raketen für die gefährlichsten Ziele aufsparen und gleichzeitig genug Luft-Luft-Raketen sichern, damit die F-16 einsatzfähig bleiben.

Die Frage für Kiew lautet daher nicht, wie viele Flugzeuge in der Luft sind, sondern wie lange es sie dort mit Waffen an Bord halten kann. Diese Frage sollte jede kleine Armee stellen, die auf fremde Lieferungen angewiesen ist, bevor sie sich mit neuem Gerät brüstet: Kommt auch das mit, was es einsatzfähig macht?