Skip to content

Der Kongress kehrte Trump den Rücken wegen des Kriegs mit Iran - doch die Abstimmung ist mutig, gerade weil sie keine Folgen hat

1 Min. Lesezeit
Teilen
Der Kongress kehrte Trump den Rücken wegen des Kriegs mit Iran - doch die Abstimmung ist mutig, gerade weil sie keine Folgen hat

Das Unterhaus des US-Kongresses verabschiedete eine Resolution, die den Rückzug der amerikanischen Streitkräfte aus den Feindseligkeiten gegen den Iran fordert - und tat dies mit den Stimmen eines Teils der Republikaner, die ihrem eigenen Präsidenten den Rücken kehrten. Das Ergebnis: 215 dafür, 208 dagegen, mit vier Republikanern auf der Seite der Demokraten.

Die von den Demokraten vorgeschlagene Resolution ordnet ausdrücklich an: Der Kongress weist den Präsidenten an, die Streitkräfte aus den Militäraktionen gegen die Islamische Republik Iran abzuziehen. Trump begann das amerikanische Engagement am 28. Februar 2026 - nun, einige Monate später, schickt ihm sein eigenes Parlament eine Botschaft.

Die Geste ist hauptsächlich symbolisch. Trump hat das Vetorecht, und zur Überstimmung des Vetos braucht es eine Zweidrittelmehrheit in beiden Häusern - etwas, das derzeit als nahezu unmöglich gilt. Eine ähnliche Maßnahme passierte Ende Mai eine Verfahrensabstimmung im Senat, nach sieben vorherigen gescheiterten Versuchen.

Die Demokraten beschrieben die Abstimmung als „eine starke und unmissverständliche Botschaft an Donald Trump vom amerikanischen Volk" und sagten, es sei Zeit, „diesen rechtswidrigen und zutiefst unpopulären Krieg" zu beenden. Verfassungsrechtlich hat nur der Kongress die Macht, Krieg zu erklären - ein Argument, das das Weiße Haus umgeht, indem es behauptet, der Konflikt sei wegen des bestehenden Waffenstillstands vorbei.

Doch die Demokraten kontern: Amerikanische Streitkräfte sind noch immer mit der Durchsetzung von Blockaden iranischer Häfen beschäftigt. Also Krieg de facto, Frieden auf dem Papier.

Für den Balkan-Leser ist das Szenario schmerzhaft vertraut - eine Exekutive, die Krieg führt ohne echte parlamentarische Zustimmung, und ein Gesetzgebungshaus, das genau dann mutig abstimmt, wenn es weiß, dass die Abstimmung keine Folgen trägt. Wie oft haben wir Institutionen gesehen, die erst „reagieren", wenn die Reaktion nichts ändert? Demokratie sieht anders aus, wenn das Symbol alles ist, was übrig bleibt.