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Die Donau stoppte das Kernkraftwerk: Nach 52 Jahren drosselt Kosloduj den Strom, weil der Fluss ausgetrocknet ist

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Die Donau stoppte das Kernkraftwerk: Nach 52 Jahren drosselt Kosloduj den Strom, weil der Fluss ausgetrocknet ist

Zweiundfünfzig Jahre arbeitet das Kernkraftwerk Kosloduj an der Donau, ohne einen einzigen wetterbedingten Ausfalltag. Diese Woche ist damit Schluss. Nicht wegen eines Defekts, nicht wegen eines Zwischenfalls, nicht wegen einer Sanktion - sondern weil der Fluss schlicht nicht genug Wasser hat.

Das bulgarische Energieministerium meldete eine vorsorgliche Drosselung um rund 120 Megawatt am 21. August am fünften Reaktorblock, dessen Leistung 1.000 Megawatt übersteigt. Prognosen zufolge wird der Wasserstand im bulgarischen Donauabschnitt weiter sinken.

Die Mechanik ist einfacher, als es klingt. Das Donauwasser kühlt nicht die Reaktoren - es kühlt den Dampf in den Kondensatoren, im nichtnuklearen Teil der Anlage. Die Pumpstation, so das Ministerium, sichere den nötigen Zufluss auch bei niedrigem Pegel. Doch wenn ein System für einen Fluss ausgelegt ist, der immer da war, und der Fluss nicht mehr in derselben Menge da ist, wird „genug” zur Rechnung, nicht zur Garantie.

Kosloduj ist nicht allein, und das ist die eigentliche Nachricht

Das ungarische Kernkraftwerk Paks drosselte die Produktion nach Rekordtiefständen der Donau bis an ein kritisches Niveau. Rumänien nahm Ende Juli den ersten Block von Cernavoda vom Netz und rief für August im gesamten Energiesektor erhöhte Alarmbereitschaft aus. Drei Länder, ein Fluss, und alle drei haben dieselbe Rechnung auf dem Tisch.

Eine Krisenarbeitsgruppe wurde in Bulgarien bereits Anfang Juni gebildet, nachdem die Dürreprognosen für West- und Mitteleuropa unangenehm zu lesen waren. Es geht also nicht um eine Überraschung - es geht um etwas, das monatelang absehbar war und trotzdem eintrat.

Das ist Teil des regionalen Stromsystems, auf das sich auch der Balkan stützt. Wenn drei Kernkraftwerke an demselben Fluss gleichzeitig drosseln, ist das keine lokale bulgarische Meldung - es ist eine Frage für jeden, der im August Strom importiert.

Und die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Megawatt in diesem Monat verloren gingen. Die Frage ist, ob jemand die Projekte überarbeitet, die einen Fluss mit konstantem Pegel voraussetzen. Denn der Fluss hat seine Antwort bereits gegeben, und diese Antwort wird im nächsten Sommer nicht besser ausfallen.