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Moskau nennt die Verteidigungskooperation von Kroatien, Albanien und dem Kosovo einen „Quasiblock”

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Moskau nennt die Verteidigungskooperation von Kroatien, Albanien und dem Kosovo einen „Quasiblock”

Moskau hat ein neues Problem auf dem Balkan, und es heißt Verteidigungskooperation. Juri Pilipson, Leiter der Abteilung Südosteuropa im russischen Außenministerium, bezeichnete die trilaterale Erklärung zwischen Kroatien, Albanien und dem Kosovo in einem Interview mit TASS als „militärischen Quasiblock”, der die Region destabilisiere.

Das Dokument wurde im März 2025 in Tirana von den Verteidigungsministern der drei Länder unterzeichnet. Es sieht Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie, gemeinsame Beschaffung, Interoperabilität der Streitkräfte und Datenaustausch vor. Was es nicht vorsieht, ist ein Bündnis - keine Beistandsklausel, keine Pflicht, einander zu Hilfe zu kommen. Juristisch ist es ein Kooperationsrahmen, nicht Artikel 5.

Wenn Kooperation zur „Achse” wird

Pilipson beanstandete konkret den Aufbau der Rüstungsindustrie, die gemeinsame Beschaffung und die Systeme zum Datenaustausch, besonders aber die Stärkung der militärischen Kapazitäten des Kosovo, unter Berufung auf die UN-Sicherheitsratsresolution 1244. Aus seiner Sicht stellt „die Schaffung einer geschlossenen Achse Zagreb-Tirana-Pristina einen destabilisierenden Faktor dar”.

Moskau erklärte dabei offen, die serbischen Sorgen über den angeblich „antiserbischen Charakter” des Arrangements zu teilen. Serbien hatte der Erklärung bei der Unterzeichnung tatsächlich scharf widersprochen.

Ein Wortschatz mit doppeltem Boden

Die Wortwahl verdient Beachtung. Drei Länder, die gemeinsam Ausrüstung kaufen, sind ein „Quasiblock”. Drei Länder, die Daten austauschen, bilden eine „Achse”. Dieser Wortschatz hat auf dem Balkan Gewicht - „Achse” ist hier kein neutraler Begriff, und Pilipson weiß das.

Interessant ist auch, dass zwei der drei Unterzeichner NATO-Mitglieder sind. Kroatien ist seit 2009 in der Allianz, Albanien seit demselben Jahr. Ihre Verteidigungskooperation mit einem dritten Land der Region kann kaum ein größeres militärisches Faktum sein als die Mitgliedschaft selbst. Wenn das das Problem ist, dann ist das Problem fünfzehn Jahre alt und nicht seit März des Vorjahres da.

Was das für uns bedeutet

Mazedonien hat diese Erklärung nicht unterzeichnet. Aber es ist seit 2020 NATO-Mitglied und liegt genau in der Mitte jener Region, die laut Moskau destabilisiert wird. Jede Linie, die quer über den Balkan gezogen wird - „Achse” auf der einen, „Besorgnis” auf der anderen Seite - lässt uns irgendwo auf dieser Linie zurück, ob wir wollen oder nicht.

Die verbleibende Frage ist einfach: Wenn regionale Verteidigungskooperation zwischen Nachbarn destabilisierend ist, was genau wäre dann stabilisierend? Die Antwort darauf sagt gewöhnlich mehr über den aus, der das Problem aufwirft, als über das Problem selbst.