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Autobahn gesperrt, Hubschrauber in der Luft: Kroatien wusste vorher von der Schlägerei - und wartete, bis sie begann

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Autobahn gesperrt, Hubschrauber in der Luft: Kroatien wusste vorher von der Schlägerei - und wartete, bis sie begann

Am Sonntagnachmittag, kurz nach 16 Uhr, stand die kroatische Autobahn A1 in Richtung Zagreb einfach still. Nicht wegen eines Unfalls, nicht wegen Bauarbeiten. Die Polizei sperrte einen Abschnitt der wichtigsten Verkehrsader des Landes, weil an der Raststätte Draganić hinter dem Kreuz Karlovac ein Zusammenstoß zwischen Fangruppen erwartet wurde.

Kroatischen Medien zufolge sollten sich zwei Fangruppen treffen - die Bad Blue Boys und Torcida. Die Polizei schickte mehrere Fahrzeuge, auf manchen Aufnahmen ist zu sehen, dass auch ein Polizeihubschrauber aufstieg. Wegen einer verabredeten Schlägerei. Nicht wegen einer Terrordrohung oder eines Unfalls mit Opfern, sondern wegen einer vereinbarten Abrechnung auf einem Parkplatz.

„Wir stehen schon eine halbe Stunde. Direkt an uns vorbei fuhren drei Polizeibusse, sie haben die Straße gesperrt”, erzählte eine Reisende, die im Stau feststeckte.

Die Polizei bestätigte, der Stillstand sei nicht durch einen Verkehrsunfall verursacht worden, sondern durch einen Einsatz wegen der Möglichkeit einer Massenschlägerei zwischen Fans. Eine in sozialen Netzwerken veröffentlichte Aufnahme zeigt eine Gruppe maskierter Anhänger, die über den Standstreifen der Autobahn rennen, im Hintergrund Polizei.

Alle wussten es, niemand verhinderte es

Das ist der Teil, der mehr Aufmerksamkeit verdient als die Schlägerei selbst. Medien schreiben, der Zusammenstoß habe an einer konkreten Raststätte zu einer konkreten Zeit stattfinden „sollen”. Die Fans wussten, wohin sie fuhren. Die Polizei wusste es offenbar ebenfalls - sonst hätte sie keinen Hubschrauber steigen lassen und keine Autobahn gesperrt.

Die Information existierte also vor dem Ereignis. Gefehlt hat nur jemand, der sie nutzt, bevor Menschen in Autos steigen und losfahren. Stattdessen kam die Reaktion in dem Moment, in dem Hunderte Fahrer bereits auf dem Asphalt festsaßen und maskierte Männer über einen Streifen rannten, der für liegengebliebene Fahrzeuge existiert.

Der Vorfall ereignete sich unmittelbar vor mehreren Spielen, die für denselben Tag in Kroatien angesetzt waren. Das ist kein Zufall, und niemand tut so, als wäre es einer. Die Frage ist, warum in einer Region, in der jedes ernste Spiel seit Jahren demselben Drehbuch folgt, die Reaktion immer noch nach der Blockade kommt und nicht davor.