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Bosnien bekam 140 Millionen von der EU und riskiert 373 zu verlieren: das einzige Land der Region mit null Euro aus dem Wachstumsfonds

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Bosnien bekam 140 Millionen von der EU und riskiert 373 zu verlieren: das einzige Land der Region mit null Euro aus dem Wachstumsfonds

Bosnien und Herzegowina erhielt 140,5 Millionen Euro an nicht rückzahlbaren europäischen Mitteln. Am selben Tag teilte Brüssel mit, dass das Land bis Jahresende 373 Millionen zu verlieren riskiert. Das ist sechsmal mehr als das, was es gerade gesichert hat. Ein schärferes Bild dafür, wie der Balkan mit europäischen Fonds umgeht, lässt sich kaum erfinden.

Das Geld kommt über das Instrument für Heranführungshilfe für den Zeitraum 2025-2027, nachdem der Beschluss im Amtsblatt veröffentlicht und die Ratifizierung endlich abgeschlossen wurde. Bestimmt ist es für Reformen und Investitionen - so lautet die offizielle Formulierung. Luigi Soreca, Leiter der EU-Delegation in Sarajevo, lobte diese Etappe und sagte dann einen Satz, der mehr wiegt als die gesamte Summe.

Das einzige Land der Region mit null Euro

Bosnien und Herzegowina ist, wie Soreca mitteilte, der einzige Partner des Westbalkans, der bislang keinen einzigen Euro aus der Reform- und Wachstumsfazilität erhalten hat. Keinen. Es geht nicht um ein Land, das die EU bestraft hätte, und auch nicht um eine neue, in Brüssel erfundene Bedingung. Der Mechanismus steht offen, ist eine Milliarde Euro an Zuschüssen und günstigen Krediten wert, und die Bedingung gilt für alle gleich: konkrete Projekte vorbereiten und einreichen.

Bosnien hat keines eingereicht. Der Grund ist kein Mangel an Bedarf, sondern innenpolitische Blockaden - derselbe Satz, den jeder Bürger der Region seit Jahrzehnten hört und auf den er längst nicht mehr reagiert. Die Europäische Kommission hat bereits 108 Millionen Euro zurückgehalten und plant, die nicht aktivierten Mittel auf die anderen fünf Westbalkanländer zu verteilen, die Reformbereitschaft gezeigt haben.

Wer den Preis der Blockade zahlt

Hier kommt der Teil, der selten in politische Erklärungen gelangt. Diese 373 Millionen verschwinden nicht ins Leere - sie gehen an die Nachbarn. Die Umverteilung ist keine Strafe, sondern ein Mechanismus: Wer arbeitet, bekommt mehr. Wer nicht arbeitet, sieht seinem Anteil beim Grenzübertritt zu.

Für einen Bürger in Tuzla oder Banja Luka ist das keine Abstraktion. Das sind Straßen, die nicht gebaut werden, Wasserleitungen, die nicht erneuert werden, Arbeitsplätze, die nicht entstehen - während die politischen Strukturen, die die Blockade halten, genau dort bleiben, wo sie sind. Wird jemand für eine verlorene Milliarde geradestehen? Die Frage klingt naiv, gerade weil alle die Antwort kennen.