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Zu vier Jahren verurteilt, die Maßnahme verbüßt er in der königlichen Residenz: der Fall, den das norwegische Königshaus weder anerkennen noch loswerden kann

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Zu vier Jahren verurteilt, die Maßnahme verbüßt er in der königlichen Residenz: der Fall, den das norwegische Königshaus weder anerkennen noch loswerden kann

Das norwegische Königshaus behandelte ihn jahrelang als Privatsache. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, geboren bevor sie in die königliche Familie eintrat, hatte keinen Titel, keine Aufgabe und keinen Platz in der Thronfolge. Genau deshalb hatte das Haus, als die Dinge schiefzulaufen begannen, keinen Mechanismus, ihn zu verteidigen - und keine Möglichkeit, sich von ihm zu distanzieren.

Marius Borg kam im Februar in Haft, vor Prozessbeginn, mit rund dreißig Anklagepunkten. Im Juni erhielt er vier Jahre Gefängnis. Was danach folgte, ist der Teil der Geschichte, der selten erzählt wird: wo genau ein Mann seine Maßnahme verbüßt, der sein ganzes Leben in einem Palast gelebt hat und formal nicht zur Dynastie gehört.

Die Antwort ist Skaugum, die Residenz der Kronprinzessin. Dort wird er mit einer elektronischen Fußfessel festgehalten. Seine Verteidigung beantragte, dies durch eine strengere Maßnahme unterhalb der Haft zu ersetzen - Bewegungseinschränkung und ein Verbot bestimmter Orte, darunter Oslo. Formal klingt das nach einem Kompromiss. Praktisch bedeutet es, das Anwesen zu verlassen.

Das Berufungsgericht Borgarting lehnte den Antrag mit einer Formulierung ab, die keinen Interpretationsraum lässt: Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er neue Straftaten begehen würde, wenn er unter solchen Bedingungen entlassen wird. Die Maßnahme des Osloer Bezirksgerichts bleibt.

Hier lohnt es, bei einem Detail zu verweilen, das viele Medien überspringen. Marius Borg ist kein Prinz. Er hat keinen Titel, keine Apanage, keine protokollarische Rolle. Und trotzdem wird die ganze Geschichte als königliche geführt - weil die Adresse der Haft königlich ist. Kann sich eine Institution von einem Mann distanzieren, den sie unter eigenem Dach großgezogen hat? Das norwegische Königshaus versucht seit sechs Monaten, diese Frage mit Schweigen zu beantworten.

Unterdessen hat die Familie weitere Lasten. Prinzessin Ingrid Alexandra kehrte aus Sydney nach Norwegen zurück, weil sich die Lungenfibrose ihrer Mutter verschlechtert hat. Prinz Sverre Magnus zieht nach Portugal, wo er Betriebswirtschaft in einem Programm studieren wird, das ihn durch Portugal, Frankreich und Deutschland führt.

Die skandinavischen Monarchien verkaufen seit Jahrzehnten das Bild der Normalität - Königsfamilien, die Fahrrad fahren, ihre Kinder auf staatliche Schulen schicken, wie Nachbarn wirken. Diese Geschichte zeigt den Preis dieses Bildes: Wenn Normalität mit einem Gericht kollidiert, ist der Palast kein Zuhause mehr, sondern eine Adresse zum Verbüßen einer Maßnahme.