Mickoski und Gjorgjievski treffen sich zu Großprojekten - Symbolik, Rhetorik und null konkrete Termine
25.05.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Premier Hristijan Mickoski und Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova haben offizielle Glückwünsche zum 23. Mai, dem Nationaltag der Vlachen, ausgesprochen. Eine dieser rituellen, immer gleichen Staatsgrußformeln, die sich Jahr für Jahr wiederholen. Mit einem kleinen Unterschied - dieses Jahr ist der politische Kontext darunter besser sichtbar.
Mickoski verwies auf die „historische Rolle und den kulturellen Beitrag" der vlachischen Gemeinschaft. Siljanovska betonte, Mazedonien sei „der einzige Staat, in dem die Vlachen eine verfassungsmäßige ethnische Entität sind". Eine wichtige Aussage - die Vlachen in den Nachbarstaaten (Griechenland, Albanien, Bulgarien, Rumänien) sind als kleine ethnische Minderheiten anerkannt, aber in keinem dieser Länder genießen sie den Verfassungsrang wie in Mazedonien.
Laut Volkszählung 2021 haben sich 8.714 Bürger in Mazedonien als Vlachen erklärt - inoffizielle Schätzungen gehen wegen jahrzehntelanger Assimilation bis 15.000-20.000. Konzentriert in einigen Städten - Bitola, Kruševo, Štip - und kleineren Dörfern. Numerisch keine große Gemeinschaft, aber ihre Sprache - Vlachisch, ein romanischer Dialekt - und ihre Tradition - händlerisch, Viehzucht, Çaršija-Kultur - sind wichtige Fäden im balkanischen Mosaik. Die breitere vlachische Bevölkerung verliert die Sprache schleichend - nur 3.151 Bürger gaben Vlachisch als Muttersprache an; die Jungen wechseln auf Mazedonisch und Albanisch.
Die politische Rhetorik gegenüber den Vlachen ist nicht ganz uneigennützig. Die Vlachen gelten traditionell als loyale Gruppe gegenüber dem mazedonischen politischen Mainstream - ihre Wählerbasis ist klein, aber konstant. Diese Art „bestätigender Glückwünsche" gehört zum Erhalt dieser Brücke. Kein Risiko für die Regierung, politisch sichere Geste, gleichzeitig Signal an die anderen Minderheiten: „Wir respektieren eure Rechte, wenn ihr loyal seid".
Der Respekt vor den Vlachen wird glaubwürdiger, wenn konkrete Maßnahmen zur Spracherhaltung folgen. Vlachisch-Unterricht in den Grundschulen. Förderung des vlachischen Kulturvereins Manuš. Erhalt der alten Çaršija-Architektur in Kruševo. All das liegt im Bereich des Staates, und keine Grußbotschaft kann das ersetzen. Die Vlachen hörten Glückwünsche schon vor 20 Jahren. Auf konkrete Entscheidungen warten sie noch.
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