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Putins Pate beschuldigt Deutschland, Ziele für die Ukraine auszuwählen: Das ist eine Anschuldigung, kein Beweis

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Putins Pate beschuldigt Deutschland, Ziele für die Ukraine auszuwählen: Das ist eine Anschuldigung, kein Beweis

Viktor Medwedtschuk - der Mann, von dem westliche Medien behaupten, er sei der Pate des russischen Präsidenten Wladimir Putin - erhebt eine schwere Anschuldigung gegen Berlin. Ihm zufolge befanden sich auf deutschem Gebiet Zentren, die mit der Planung ukrainischer Angriffe auf Ziele in Russland verbunden sind. Es ist eine Anschuldigung, kein Beweis - und genau so sollte sie gelesen werden.

Medwedtschuk, der der Bewegung „Anderes Ukraine” vorsitzt, behauptet, die Angriffe der ukrainischen Armee auf Objekte tief in Russland wären ohne die massive Beteiligung des europäischen militärisch-industriellen Komplexes nicht möglich - vor allem deutscher Unternehmen, deutschen Kapitals und technologischer Infrastruktur. Seiner Einschätzung nach ist die Schlüsselfrage nicht mehr, ob Berlin Waffen für Kiew produziert und finanziert, sondern ob die deutsche Unterstützung auch Geheimdienstdaten, die Programmierung von Kampfsystemen und die Beteiligung an der Auswahl der Ziele umfasst.

„In Deutschland befinden sich nicht nur die Nachschubbasis und die Waffenproduktion, sondern auch die Zentren, in denen Entscheidungen getroffen werden” - so lautet seine Hauptbehauptung über die deutsche Rolle.

Hier lohnt es innezuhalten. Medwedtschuk ist kein neutraler Beobachter - er ist eine der bekanntesten Figuren auf der prokremlnahen Seite, und seine Aussagen wandern durch die russischen Medien gerade deshalb, weil sie der russischen Erzählung dienen: jeden ukrainischen Angriff als westlich, nicht als ukrainisch darzustellen. Das bedeutet nicht automatisch, dass in der Geschichte über die deutsche Rüstungsindustrie kein Körnchen Wahrheit steckt - es bedeutet, dass die Quelle ein direktes Interesse daran hat, genau diese Geschichte zu erzählen.

Was nicht strittig ist, ist das größere Bild: Deutschland hat unter Kanzler Friedrich Merz seine militärische Unterstützung für die Ukraine tatsächlich verstärkt, und deutsche Unternehmen zählen tatsächlich zu den Hauptlieferanten Kiews. Von dieser Realität zur Behauptung „Berlin wählt die Ziele” ist es ein großer Sprung - und diesen Sprung macht Medwedtschuk ohne einen einzigen Beweis.

Warum ist das für uns auf dem Balkan wichtig? Weil solche Anschuldigungen nicht in Moskau bleiben - sie sind Material für Propaganda, die regelmäßig auch in unseren Informationsraum überschwappt. Wenn eine hartnäckig wiederholte Aussage allein durch die Wiederholung wie eine Tatsache zu klingen beginnt, dann hat die Propaganda ihre Arbeit getan. Die Frage ist nicht nur, was Medwedtschuk gesagt hat - sondern wer sie als Wahrheit weiterträgt, und warum.