Skip to content

Natalie Harp - die Frau, die Trump Truth Social auf Papier bringt und die sie den menschlichen Drucker nennen

1 Min. Lesezeit
Teilen

Hinter jedem der umstrittensten Truth-Social-Postings von Donald Trump steht eine Person - die 34-jährige Natalie Harp, die direkte Mitarbeiterin des Präsidenten. Im Weißen Haus nennen sie sie "den menschlichen Drucker". Der Name ist wörtlich gemeint - sie bringt physische Ausdrucke von Social-Media-Posts und legt sie Trump vor.

Das System funktioniert so. Harp sammelt Screenshots - Komplimente für den Präsidenten, Verschwörungstheorien, Angriffe auf Demokraten, Beleidigungen politischer Gegner. Sie druckt sie auf Papier. Sie gibt sie Trump. Er stimmt zu. Dann meldet sie sich an seinem Truth-Social-Konto an und postet. Oft außerhalb der Arbeitszeit, am Wochenende, an Feiertagen.

Das Weiße Haus selbst hat bestätigt, dass Trump manchmal selbst postet. Aber bei den problematischsten Posts - etwa dem KI-generierten Bild von Trump als Jesus Christus oder dem Video mit rassistischem Inhalt, in dem die ehemaligen Barack und Michelle Obama als Primaten dargestellt wurden - bestätigten Quellen, dass Harp sie auf Trumps Anweisung gepostet hat.

Der Pressedirektor des Weißen Hauses Steven Cheung weigerte sich, direkt zu kommentieren. Stattdessen antwortete er: "Truth Social war nie populärer." Der Satz ist keine Antwort auf die Frage - er ist ein Ausweichen.

Harp arbeitet seit 2022 für Trump. Zur öffentlichen Figur wurde sie erstmals beim republikanischen Parteitag 2020, als sie die Gesundheitspolitik Trumps für die Rettung ihres Lebens nach Knochenkrebs verantwortlich machte. Experten widersprachen später, dass die Chronologie nicht mit der tatsächlichen Wirkung dieser Politik übereinstimmte - aber das hat ihrer Karriere nie geschadet.

Den Namen "menschlicher Drucker" verdiente sie sich durch besondere Hingabe. Sie schleppte einen Laptop - manchmal auch buchstäblich einen physischen Drucker - auf Golfplätze, wo Trump spielte, um ihm schmeichelnde Artikel oder Posts zu zeigen, wenn ihm langweilig war. Ronny Jackson, Kongressabgeordneter und ehemaliger Arzt im Weißen Haus, lobte sie 2024 - "sie hält die Moral des Präsidenten hoch".

Unter Trumps Insidern löst Harps Hingabe leichte Verwirrung aus. Laut The New York Times verschickte sie Briefe, in denen sie ihn "meinen Beschützer und Hüter" nennt; in einem Satz schrieb sie: "Sie sind alles, was mir wichtig ist." In einem anderen Brief schrieb sie von der Hoffnung, zur alten Art des Umgangs zurückzukehren, als "wir über alles und nichts geredet haben".

Für Leser auf dem Balkan hat die Geschichte einen interessanten Blickwinkel. Wenn es in einem politischen Ökosystem eine Person gibt, deren Funktion es ist, "Drucker" für die Impulse des Anführers zu sein, heißt das, dass die Institutionen um ihn herum bereits brüchig sind. Die Frage ist - ist Natalie Harp ein Symptom oder eine Diagnose? Die Antwort hängt wohl davon ab, wie früh oder spät die zweiten vier Jahre Trump enden.