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4.000 US-Soldaten kommen nicht nach Polen: Das Pentagon dreht sie auf dem Weg um

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Das Pentagon hat sie gestoppt. Mehr als 4.000 US-Soldaten, die in Polen stationiert werden sollten, werden zurückgeholt. Die Entscheidung, wie berichtet wird, überraschte selbst Militärs bei EUCOM (US-Kommando für Europa). Ein Teil des Materials und des Personals war bereits unterwegs - und kehrt jetzt zu Stützpunkten in den USA zurück.

Die Soldaten sollten in einer 9-monatigen Rotation in Polen stationiert werden, im Rahmen der Operation „Atlantic Resolve" - dem Programm, das die USA 2014 sofort nach der russischen Annexion der Krim starteten, als symbolische Bestätigung, dass die NATO ihre östlichen Mitglieder schützt.

Was hat sich geändert? Letzten Monat ordnete Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an. Jetzt das - weitere 4.000, die nicht kommen werden. Polens Präsident Karol Nawrocki, der weiterhin den Ton des Verbündeten hält, bestätigte, dass in Polen weiterhin rund 10.000 US-Soldaten stationiert sind, von denen viele durch Stützpunkte in ganz Europa rotieren.

Das stimmt auch. Aber die Realität liegt in den Zahlen - mit 4.000, die nicht kommen, und 5.000, die aus Deutschland abgezogen werden, sind das 9.000 Soldaten weniger in der europäischen NATO-Struktur binnen einiger Monate. Das ist keine „Umstrukturierung". Das ist Reduktion.

Für den Balkan - alle NATO-Mitglieder auf dem Balkan (Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Montenegro) gingen davon aus, dass „im Bedarfsmoment" US-Soldaten sofort an der Ostflanke wären. Mit 9.000 weniger wird diese Garantie weicher. Das heißt nicht, dass wir im Stich gelassen werden; es heißt, das Szenario „die USA werden in 48 Stunden da sein" muss längerfristig kalkuliert werden.

Was geht in dieser Geschichte am meisten verloren? Dass Polen - das Land, das sein Leben in die eigene Hand nahm, um zur östlichen militärischen Großmacht Europas zu werden, mit Bestellungen über Hunderte Panzer und Hubschrauber - schlagartig erkannt hat, dass es sich auf eigene Kapazitäten verlassen muss. Und das in einem Moment, in dem Russland die Militärproduktion noch immer aktiv hochfährt.

Das ist keine gute Nachricht. Es ist die Realität der neuen US-Militärdoktrin: weniger Europa, mehr Pazifik. Und der Balkan muss das verstehen.