Skip to content

FBI erneuert Fahndung nach Monica Witt - 200.000 Dollar für eine Ex-Agentin, die in den Iran floh

1 Min. Lesezeit
Teilen

Wenn das FBI 200.000 Dollar Belohnung für Informationen über eine ehemalige Agentin der eigenen Luftwaffe auslobt, geht es nicht um eine gewöhnliche Fahndung. Es geht um eine langjährige offene Rechnung, die in Zeiten der Spannungen zwischen Washington und Teheran neues Gewicht bekommt.

Ziel ist Monica Witt, ehemalige Spezialistin für Spionageabwehr bei der US-Luftwaffe, die 2013 in den Iran überlief. 2019 wurde sie wegen Spionage angeklagt. Laut Anklage übergab Witt dem Iran "ein streng geheimes Aufklärungsprogramm" und die Identität eines US-Geheimdienstoffiziers - und brachte diesen Mann in Lebensgefahr.

Zwischen Januar 2012 und Mai 2015 soll Witt iranische Stellen mit "Dokumenten und Informationen zur nationalen Verteidigung der USA" versorgt haben. Nicht einmal. Nicht zweimal. Systematisch, über drei Jahre. Wie sie so lange im System bleiben konnte, ist eine Frage, die die US-Spionageabwehr öffentlich noch nicht beantwortet hat - und das ist kein Zufall.

Das FBI schreibt in seiner Mitteilung, Witt unterstütze "wahrscheinlich weiterhin iranische böswillige Aktivitäten". Special Agent Daniel Wierzbicki erklärte, die Behörde "habe nicht vergessen" - ein Satz, der Drohung und Frustration zugleich ist. Zehn Jahre sind vergangen, die Summe ist höher, aber Witt ist weiter im Iran, unter dem Schutz des Regimes.

Laut Anklage stellten die iranischen Behörden ihr nach ihrer Ankunft aus den USA "Unterkunft, Computerausrüstung und sonstige Unterstützung" bereit. Vier iranische Staatsbürger wurden ebenfalls angeklagt - wegen Verschwörung und Identitätsdiebstahls. Das ist ein klares Modell operativer Nachrichtendienstarbeit: Überlauf + Unterstützung + Ausnutzung.

Für Leser auf dem Balkan hat die Geschichte eine interessante Schicht. Der Fall Monica Witt zeigt, dass auch die größten Nachrichtendienste der Welt lange einen "Maulwurf" intern haben können - und es erst merken, wenn es zu spät ist. Wie sie in drei Jahren von der Air-Force-Uniform zur iranischen Wohnung kam, ist eine Geschichte mit vielen ungeklärten Lücken. Und genau diese Lücken sind der Grund, warum diese Fahndung auch zehn Jahre später wieder erneuert wird - mit einer höheren Summe.