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Trump in Peking bei Xi: US-Rindfleisch zurück auf dem chinesischen Markt, Taiwan als „rote Linie"

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Donald Trump traf in Peking ein, und die Szene war genau das, was die Medien vorausgesagt hatten: Pomp, rote Teppiche, träge Fotografen, und ein Satzfeuerwerk zweier Staatsführer, die jeweils ein klar definiertes Publikum bedienen.

Der Gipfel - das erste formelle Trump-Xi-Treffen in der zweiten Amtszeit - berührte alles und nichts: Handelsbeziehungen, Wirtschaftskooperation, Iran und schließlich Taiwan. Mit anderen Worten: jede mögliche geopolitische Frage lag auf dem Tisch, ohne überraschendes Ergebnis. Es wird erwartet, dass dies der Anfang ist, nicht das Finale.

„Konstruktive strategische Stabilität sollte positive Stabilität sein, geprägt vor allem von Kooperation, wohlwollender Stabilität mit geordneter Konkurrenz, normaler Stabilität mit beherrschbaren Differenzen und dauerhafter Stabilität mit vorhersehbarem Frieden", sagte Xi Jinping. Selbst nach chinesischen diplomatischen Maßstäben ist dieser Satz ambitioniert in seiner Adjektivdichte.

Trump war deutlich kürzer: „Es ist mir eine Ehre, bei dir zu sein. Es ist mir eine Ehre, dein Freund zu sein. Die Beziehungen zwischen China und den USA werden besser sein als je zuvor." Das ist „Trumpismus" in Reinform - Superlative ohne Konkretion.

Aber das Konkrete tauchte in einem Schritt auf - China öffnete erneut Exportlizenzen für US-amerikanische Rindfleischverarbeiter. Auf dem Papier klein, aber symbolisch: Dies war einer der ersten Schritte im „Handelskrieg" in Trumps erster Amtszeit, und nun wird er als „Geste des guten Willens" verkleidet. Die Bauern im Mittleren Westen, die Trump gewählt haben, werden das sehen.

Taiwan blieb das große ungelöste Thema. „Taiwan ist die wichtigste Frage in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen", sagte Xi. „Wenn richtig damit umgegangen wird, können die bilateralen Beziehungen ihre Gesamtstabilität bewahren. Andernfalls könnten beide Länder mit Konflikten und sogar Zusammenstößen konfrontiert sein." Das ist eine rote Linie, vor laufenden Kameras ausgesprochen, ohne Nuancen.

Für den Balkan - und für ganz Europa - ist nicht entscheidend, was gesagt wurde, sondern das Timing. Gleichzeitig mit dem Gipfel führte Russland einen der größten Raketenangriffe auf Kiew durch. Selenskyj knüpfte die Aktion öffentlich an den Besuch: Moskau will keinen erfolgreichen Trump-Xi-Gipfel, weil das Russlands Gewicht als „geopolitischer Faktor" mindern könnte. China spielt auf beiden Seiten. Die USA versuchen, das zu spalten.

Am Ende die einzige Frage, mit der alle solchen Gipfel schließen: Was kann schiefgehen? Taiwan. Eine Wirtschaftskrise. Eine technologische Entkopplung. Alles kann. Beide Staatschefs wissen das - aber keiner hat ein Interesse, es öffentlich auszusprechen.