Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Mazedonien hat einen neuen Weg, eine der persönlichsten Fragen überhaupt zu entscheiden - was nach dem Tod mit dem Körper geschieht. Das Parlament verabschiedete Änderungen am Gesetz über die Entnahme und Transplantation von Teilen des menschlichen Körpers, wonach jeder volljährige Bürger per Erklärung beim Hausarzt selbst entscheidet, ob er Organspender sein will.
Das Gesetz wurde mit 58 Stimmen „dafür" und 6 „dagegen" beschlossen. Die Erklärung wird im nationalen elektronischen Gesundheitssystem „Mein Termin" eingetragen, und der Bürger kann die Entscheidung jederzeit ändern. Damit wechselt das System zu einem Modell der informierten Zustimmung und der persönlichen Wahl - statt Annahmen darüber, was der Verstorbene gewollt hätte.
Die Änderungen erweitern auch den Kreis der lebenden Spender: neben den bestehenden Verwandten werden nun auch Verwandte bis zum vierten Grad einbezogen, also auch Cousins ersten Grades, mit einem beibehaltenen Schutzmechanismus über eine Ethikkommission, die prüft, ob der Akt freiwillig und ohne Zwang erfolgt.
Die Idee ist gut, aber der eigentliche Test kommt erst. Die Organspende hinkt in Mazedonien seit Jahren hinterher, nicht aus Mangel an Gesetzen, sondern wegen Misstrauen, fehlender Information und eines schwachen Transplantationssystems. Eine Erklärung beim Hausarzt bedeutet nichts, wenn der Patient, der auf eine Niere wartet, sie nirgends rechtzeitig bekommt. Das Gesetz ist ein Schritt; die Frage ist, ob ein System dahintersteht, das wirklich Leben rettet.
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