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Leo XIV. ist nicht einfach ein amerikanischer Papst - Hidalgos aus Kantabrien, Kreolen aus New Orleans, 40 Jahre in Peru und sieben Sprachen samt Quechua

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Leo XIV. ist nicht einfach ein amerikanischer Papst - Hidalgos aus Kantabrien, Kreolen aus New Orleans, 40 Jahre in Peru und sieben Sprachen samt Quechua

Für die Öffentlichkeit ist Papst Leo XIV. der erste amerikanische Papst der Geschichte. Forscher und Genealogen hatten eine etwas kompliziertere Antwort - seine Wurzeln sind eine Mischung aus spanischen Hidalgos, Mississippi-Kreolen, einer peruanischen Mission und der Chicagoer Arbeiterklasse. Eine Biografie, die nicht wie ein standardisierter Vatikanlebenslauf aussieht.

Geboren als Robert Francis Prevost in Chicago 1955, stammt der neue Papst aus einer Familie mit tiefen Wurzeln im spanischen Kantabrien. Laut genealogischen Dokumenten waren seine spanischen Vorfahren „Hidalgos" - Angehörige des niederen Adels - mit landwirtschaftlichem Besitz auf der Insel Isla, dokumentiert seit 1573. Diese Hidalgos verließen Spanien Anfang des 18. Jahrhunderts Richtung Vereinigte Staaten.

Mütterlicherseits ist die Geschichte eine andere. Seine Großeltern lebten Ende des 19. Jahrhunderts im Seventh Ward von New Orleans, als dieser Stadtteil eine Hochburg der kreolischen Gemeinschaft war. Franzosen, Spanier, indigene Louisianer und freie Schwarze mischten sich auf diesen Straßen, und aus dieser Mischung stammt auch die Familie des künftigen Papstes. Ein kantabrischer Adliger und ein New-Orleans-Kreole in einer Linie - eine Premiere in der vatikanischen Geschichte.

Prevost verbrachte vierzig Jahre als Missionar in Peru. Er lehrte in der Stadt Chiclayo, wurde dort später Bischof. Die peruanische Staatsbürgerschaft erhielt er 2015 - er hat also drei: die amerikanische, die peruanische und jetzt die vatikanische. Er spricht fließend sieben Sprachen, darunter Quechua - die Sprache der indigenen Andenvölker. Sehr wenige Päpste in der Geschichte hätten das von sich sagen können.

Aus all diesen Teilen wird eines klar - Leo XIV. ist kein „amerikanischer" Papst in einem nationalen Sinn. Er ist Produkt von vier Kontinenten und mehreren Jahrhunderten Migration. Norditalien versuchte jahrhundertelang, die Päpste zu den eigenen zu machen. Jetzt, zum ersten Mal, kommen die Päpste aus entfernten Teilen der Welt, tragen mehr als eine Biografie, und genau deshalb werden andere Religionen den Vatikan nicht mehr so leicht als europäische Institution etikettieren können. Lange Prozesse haben manchmal lange Folgen.