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Das Video fand sie an einem Tag: Zwei Minderjährige und ein 20-Jähriger unter Verdacht nach brutaler Prügelattacke in Gostivar

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Das Video fand sie an einem Tag: Zwei Minderjährige und ein 20-Jähriger unter Verdacht nach brutaler Prügelattacke in Gostivar

Das Video verbreitete sich schneller als jede Polizeimeldung. Ein junger Mann fällt nach einem Tritt gegen den Kopf auf den Asphalt, bewegt sich nicht mehr, und die Gruppe schlägt weiter mit einem Holzstock auf ihn ein, bis der Stock auf seinem Rücken zerbricht. Die Szene spielte sich nachts gegen 2:30 Uhr in der Straße „Borče Jovanoski“ in Gostivar ab. Die Anzeige ging erst später ein, am 2. August um 22:20 Uhr, als der 22-jährige A.V. angab, er und sein Freund L.E. seien von drei unbekannten Männern mit harten und hölzernen Gegenständen angegriffen worden.

Jetzt hat das Innenministerium Namen. Zwei Minderjährige aus Gostivar wurden zur Vernehmung vorgeladen, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden ihre Reisedokumente eingezogen. Der Dritte ist V.D. (20) aus Skopje, wegen ihm ging eine Meldung an die Polizei in Skopje. Nach vollständiger Dokumentation des Falls, so das Ministerium, werden die drei im beschleunigten Verfahren einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Institutionen können es also. Vollständige Dokumentation, Abstimmung mit dem diensthabenden Staatsanwalt, an einem Tag. Wenn das ganze Land zuschaut.

Die Frage, die niemand stellt

Der Angriff geschah um 2:30 Uhr morgens. Die Anzeige wurde am selben Abend um 22:20 Uhr registriert - fast zwanzig Stunden später. Die Polizei ergriff „Maßnahmen und Aktivitäten“, nachdem das Video bereits in den Netzwerken kursierte und eine Welle von Reaktionen ausgelöst hatte. Diese Chronologie sagt für sich genommen etwas über Prioritäten: Vom Vorfall bis zur Identifizierung vergeht Zeit, von der Viralität bis zur Pressemitteilung vergehen Stunden.

Es geht nicht darum, ob die Polizei gehandelt hat. Sie hat. Es geht darum, was sie in Bewegung gesetzt hat. Wenn die Antwort öffentlicher Druck ist und nicht die Anzeige selbst, dann hat jeder, der ohne Kamera in der Nähe angegriffen wurde, Grund zu fragen, wo sein Fall geblieben ist.

Zwei der drei Verdächtigen sind minderjährig. Das ist keine Fußnote, sondern eine Angabe über den Zustand einer Stadt, in der Jugendliche es für normal halten, einen bereits reglos daliegenden Menschen weiter zu schlagen - und dabei nicht daran denken, dass ringsum Handys sind. Über sie entscheidet ein Gericht in einem gesonderten Verfahren. Die Verantwortung für das Umfeld, das sie hervorgebracht hat, trägt kein Gericht.