Skip to content

3.360 Euro pro Quadratmeter in Centar, während die Miete um 17 Prozent fällt: Der Wohnungsmarkt ist nicht mehr zum Wohnen da

0 Min. Lesezeit
Teilen
3.360 Euro pro Quadratmeter in Centar, während die Miete um 17 Prozent fällt: Der Wohnungsmarkt ist nicht mehr zum Wohnen da

Dreitausenddreihundertsechzig Euro pro Quadratmeter. So hoch lag der Spitzenpreis für eine neue Wohnung im Zentrum von Skopje im zweiten Quartal dieses Jahres, laut dem Preis- und Mietregister der Agentur für Immobilienkataster. Die teuerste von einem Investor verkaufte Neubauwohnung liegt in der Gemeinde Centar - 50 Quadratmeter für 168.000 Euro.

Im Altbestand liegt der Rekord nicht in Skopje. Er liegt in Ohrid, wo eine 66-Quadratmeter-Wohnung für 211.200 Euro verkauft wurde, also 3.200 Euro pro Quadratmeter.

Der Markt kühlt nicht ab. Er heizt auf.

Von April bis Juni wurden 8.369 Käufe und Mietverträge registriert, 7,9 Prozent mehr als im ersten Quartal. Doch der Wert steigt viel schneller als die Zahl: Das Transaktionsvolumen erreichte 351,7 Millionen Euro, ein Plus von 27,3 Prozent.

Dieser Unterschied ist die ganze Geschichte. Die Zahl der Transaktionen wächst um rund acht Prozent, das Geld um über siebenundzwanzig. Es wird also nicht viel mehr gekauft - es wird viel mehr für dasselbe bezahlt.

Bei Neubauten ist die Bewegung am deutlichsten. Investoren verkauften 943 Wohnungen, 231 mehr, also 32 Prozent über dem ersten Quartal. Insgesamt wurden 977 Investorenverkäufe registriert, davon 34 Häuser. Die Zahl verkaufter Wohnungen stieg um 37 Prozent, ihr Gesamtwert um 43 Prozent. Aktivster Markt ist die Gemeinde Aerodrom mit 297 verkauften Wohnungen und 600 Transaktionen insgesamt, danach Centar mit 571 und Karpoš mit 486.

Und jetzt der unbequeme Teil: Die Mieten fallen

Während der Verkauf heiß läuft, kühlt der Mietmarkt ab. Im zweiten Quartal wurden 2.148 Mietverträge registriert, ein Rückgang von 17 Prozent. Am meisten vermietet wurden Gewerberäume - 935, danach Wohnungen mit 630. Bei Mietwohnungen sank die Zahl um 14 Prozent, die gesamte Monatsmiete um neun Prozent. Der teuerste Mietquadratmeter liegt in Centar - im Schnitt 408 Denar pro Monat, dann Aerodrom mit 375 und Karpoš mit 354.

Diese Kombination sollte man im Kopf behalten: Rekordpreise beim Kauf, weniger und billigere Mieten. Wäre das Kaufen von starker Nachfrage nach Wohnraum getrieben, würden die Mieten nicht gleichzeitig fallen. Wenn Verkaufspreise fliegen und Mieten schrumpfen, heißt das: Ein Teil der Käufe dient nicht dem Wohnen - sondern dem Halten.

Im Kataster sind 28.352 Blätter für Bauvormerkungen erfasst. Tausende Wohnungen befinden sich also in verschiedenen Bauphasen und kommen erst noch auf den Markt. Nach jeder ökonomischen Logik müsste mehr Angebot die Preise drücken. Wird das geschehen, oder reihen sich die neuen Wohnungen nur in dieselbe Logik ein?

Siebenundvierzig Schlüssel am anderen Ende der Geschichte

In derselben Woche, in der der Quadratmeter die 3.000-Euro-Marke durchbrach, erhielten 47 sozial gefährdete Familien in Debar neue Wohnungen. Sie sind für die schutzbedürftigsten Gruppen bestimmt - Menschen, die ohne Eltern aufwuchsen, Empfänger der garantierten Mindesthilfe, von Naturkatastrophen Betroffene, Menschen mit Behinderung und ihre Familien, Angehörige der Roma-Gemeinschaft und Alleinerziehende mit Kindern.

Vizepremier und Verkehrsminister Aleksandar Nikoloski erklärte, Sozialwohnungen seien bislang in Veles, Kočani, Strumica und Gevgelija vergeben worden, Projekte liefen in Probištip, Sveti Nikole, Butel, Saraj und Prilep.

Siebenundvierzig Familien bekamen einen Schlüssel. Im selben Quartal wurden allein in Aerodrom 297 Wohnungen verkauft. Das macht die Sozialwohnungen nicht weniger wertvoll - es zeigt nur, in welchen Größenordnungen die beiden Märkte funktionieren. Der eine misst sich in Hunderten Verkäufen pro Quartal und Hunderten Millionen Euro Umsatz. Der andere in siebenundvierzig Schlüsseln bei einer städtischen Übergabe.