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Putin nach der Parade vom 9. Mai: Der Krieg endet, ich werde verhandeln - aber nur mit Schröder. Demselben Schröder von Nord Stream

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Nach der durchchoreografierten Parade vom 9. Mai in Moskau erklärte Wladimir Putin, der Krieg in der Ukraine gehe seinem Ende entgegen und er sei bereit, über eine neue europäische Sicherheitsarchitektur zu verhandeln. Doch den Partner hatte er schon gewählt: Gerhard Schröder, ehemaliger Bundeskanzler.

„Ich glaube, die Sache neigt sich dem Ende zu", sagte Putin. Und in derselben Rede legte er nach: „Seit Monaten wartet Russland darauf, eine katastrophale Niederlage zu erleiden." Die Rhetorik ist triumphal, auch wenn die Lage am Boden anders aussieht - russische Truppen kontrollieren rund ein Fünftel des ukrainischen Territoriums, weit entfernt vom Ziel, das Moskau 2022 ausgegeben hat.

Zum Verhandlungspartner: „Persönlich bevorzuge ich den ehemaligen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder." Die Wahl ist alles andere als zufällig. Schröder unterhält jahrzehntelange Geschäftsbeziehungen zu russischen Energiekonzernen - Gazprom, Rosneft, Nord Stream. Als möglicher Verhandlungsführer würde er keine europäischen Interessen vertreten, sondern eine „europäische" Stimme für russische sein.

Eine dreitägige Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai wurde ausgerufen. Beide Seiten warfen sich sofort gegenseitig Verstöße vor. Der Balkan-Leser kennt das Drehbuch - Waffenruhe, Friedensrhetorik, fortgesetzte Militäroperationen. Der Balkan der 90er-Jahre spielte genau dasselbe Stück. Und Schröder als „europäische" Stimme für Russland? Diesen Zug versuchte Moskau bereits 2014. Er funktionierte damals nicht. Warum sollte er jetzt funktionieren?