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Ein Mann kippte Müllsäcke von der Brücke bei Kosovrasti in die Radika: Den Fluss bewachen Angler mit einem Handy, keine Inspektion

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Ein Mann kippte Müllsäcke von der Brücke bei Kosovrasti in die Radika: Den Fluss bewachen Angler mit einem Handy, keine Inspektion

Die Brücke am Steinbruch bei Kosovrasti. Ein Transporter hält. Ein Mann steigt aus, holt Säcke und Kartons voller Müll heraus, wirft sie über das Geländer in den Fluss Radika und fährt weiter. Die ganze Szene wurde vom Debarer Sportanglerverein „Trofta“ gefilmt und veröffentlicht.

Die Radika ist einer der saubersten Flüsse des Landes - und einer der wenigen, die man noch ohne Ironie so nennen kann. Auch deshalb verbreitet sich das Video: Das ist keine Deponie, das ist ein Fluss, in dem Menschen Forellen angeln.

Aus dem Innenministerium hieß es, die Polizeidirektion Ohrid ergreife Maßnahmen zur Feststellung der Identität und die Öffentlichkeit werde entsprechend informiert. Das ist die korrekte institutionelle Antwort, daran ist nichts auszusetzen - außer dass sie kam, nachdem ein Anglerverein das Video selbst gedreht und veröffentlicht hatte.

Wer ihn erwischt hat

Genau darin liegt der Punkt. Den Fluss bewacht weder eine Inspektion noch ein kommunaler Dienst noch eine Kamera. Ihn bewachen Angler, die zufällig mit einem Handy dort waren. An jedem Tag, an dem niemand an dieser Brücke eine Kamera hält, passiert dasselbe ohne Folgen - und die Brücke am Steinbruch dürfte kaum der einzige Ort sein, an dem jemand Tüten ins Wasser kippt.

Der Mann im Video hat gewählt. Ihm fehlte kein Ort, wohin er den Abfall bringen konnte; ihm fehlte ein Grund, ihn nicht in den Fluss zu werfen. Das ist seine Tat, und sie gehört so benannt.

Die zweite Frage ist dennoch, warum die Rechnung für ihn aufging. Bringt er die Säcke zum Container, kostet ihn das Sprit und Zeit. Wirft er sie von der Brücke, kostet es nichts, und das Risiko liegt nahe null - es sei denn, jemand steht zufällig mit einer Kamera da. Solange das die Gleichung ist, bleibt das Video die Ausnahme, nicht die Regel.

Findet die Polizei Ohrid den Mann, gibt es einen identifizierten Täter und eine Anzeige. Das ist gut. Aber der Fluss wird weiterhin davon abhängen, wer zufällig am Ufer stand - solange die Überwachung der Stellen, an denen Abfall regelmäßig im Wasser landet, jemandes guter Wille bleibt statt jemandes Arbeitsauftrag.