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Anderthalb Stunden vom Notruf bis zum Arzt auf dem Pelister: Ein Einsatz, der funktionierte - und zeigt, wie dünn wir aufgestellt sind

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Anderthalb Stunden vom Notruf bis zum Arzt auf dem Pelister: Ein Einsatz, der funktionierte - und zeigt, wie dünn wir aufgestellt sind

Um 12:04 Uhr ging beim Notruf 112 die Meldung über eine verletzte Person in unzugänglichem Gelände oberhalb des Malo Ezero ein, unterhalb der Antennen auf dem Pelister. Der Mann hatte Brüche in beiden Unterschenkeln, war bei Bewusstsein, blutete aber bei jeder Bewegung.

Von diesem Moment bis zu dem Moment, in dem ein Arzt neben ihm stand, vergingen etwa anderthalb Stunden.

Wie es ablief

Unmittelbar nach Eingang der Meldung informierte das regionale Krisenmanagementzentrum in Bitola alle zuständigen Dienste: den Rettungsdienst, die Polizeidirektion Bitola, die Direktion für Schutz und Rettung, die territoriale Feuerwehreinheit und den Nationalpark Pelister. Eine Mannschaft der Direktion für Schutz und Rettung aus Bitola machte sich auf den Weg zum Verletzten, gleichzeitig rückte eine Mannschaft des Nationalparks aus.

Um 13:45 Uhr trafen sich beide Teams an einem Ort namens Lovečka Kuća, wo ein Arzt des Rettungsdienstes Bitola den Verletzten versorgte. Anschließend wurde er zum Infozentrum am Pelister gebracht und von dort mit einem Rettungswagenteam ins Klinikum Bitola. Mit einem Geländefahrzeug, weil man dort mit nichts anderem hinkommt.

Das Krisenmanagementzentrum koordinierte den Einsatz und blieb bis zum vollständigen Abschluss des Transports mit allen Diensten in Kontakt.

Was hier funktioniert hat

Das sollte man deutlich sagen, weil es selten gesagt wird: Hier hat das System funktioniert. Notruf, Koordination, zwei Teams aus zwei Richtungen, Treffen an einem vereinbarten Punkt, Arzt vor Ort, Transport ins Krankenhaus. Ohne Improvisation, ohne Wartezeit.

Der Pelister ist kein sanfter Hügel mit markiertem Wanderweg - das Malo Ezero liegt unterhalb des Gipfels, das Gelände ist Fels, und zwischen Infozentrum und Unfallstelle gibt es nichts, was einem Weg ähnelt. Ein Mann mit zwei gebrochenen Unterschenkeln kommt dort weder allein herunter, noch lässt er sich schnell tragen.

Die offene Frage betrifft nicht diesen Einsatz, sondern den nächsten: Wie viele solcher Teams hat der Staat, und in wie vielen Parks und auf wie vielen Bergen können sie gleichzeitig sein? Denn keiner dieser Retter ist als hauptamtlicher Bergretter dort - es sind Leute mit anderen Aufgaben, die um 12:04 Uhr bergauf losgegangen sind.

Wenn ein Einsatz gelingt, ist das Schlimmste, was wir tun können, daraus zu schließen, das Problem sei gelöst.