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172.000 Hektar Asche: Spanien fordert ein europäisches Waldbrandzentrum, und der Balkan steht wieder nicht auf der Karte

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172.000 Hektar Asche: Spanien fordert ein europäisches Waldbrandzentrum, und der Balkan steht wieder nicht auf der Karte

Über 172.000 Hektar sind dieses Jahr verbrannt. Zehn aktive Feuer unterschiedlicher Intensität. Zweihundertelf ausgerufene Katastrophenlagen für den Zivilschutz in vierzehn autonomen Gemeinschaften. Mit dieser Bilanz trat der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vor die Öffentlichkeit - und forderte sofort etwas, das im europäischen Vokabular bisher fehlte.

Sánchez teilte mit, er habe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Brief geschickt mit dem Vorschlag, ein Europäisches Zentrum für Waldbrandbekämpfung für das westliche Mittelmeer zu gründen. Als Standort schlägt er den Luftwaffenstützpunkt Son San Juan auf Mallorca vor. „Der Ort für ein Zentrum zur Bekämpfung von Waldbränden im westlichen Mittelmeer sollte auf der Insel Mallorca liegen”, sagte er.

Die Sprache der Krise hat sich geändert

Der Regierungschef bezeichnete die Lage als „kritisch” und „sehr komplex”. Hohe Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und starke Winde ermöglichten es den Feuern, sich „exponentiell schneller auszubreiten als das, was traditionell als Ausbreitung eines Waldbrands galt”.

Dieser Satz wiegt schwerer als der Vorschlag für das Zentrum. Wenn ein Ministerpräsident sagt, die traditionelle Berechnung gelte nicht mehr, heißt das: Auch der Reaktionsplan, den jeder Staat in der Schublade hat, ist überholt. Nicht ein wenig - vollständig.

Westliches Mittelmeer - und das östliche?

Der Vorschlag betrifft ein Zentrum für das westliche Mittelmeer. Der Balkan kommt in dieser Beschreibung nicht vor. Und hier brennt jeden Sommer dasselbe Muster: ein Feuer, zu wenige Löschflugzeuge, verspätet eintreffende Hilfe - und danach ein stiller Herbst, in dem niemand fragt, warum die Reaktion langsam war.

Wenn Brüssel Geld für ein koordiniertes Zentrum am einen Ende des Mittelmeers findet, wer stellt dann die Frage für das andere? Das ist kein rhetorischer Steinwurf Richtung EU - es ist buchstäblich die Frage, wer sich hinsetzt und den Brief schreibt, so wie Sánchez seinen geschrieben hat.

Infrastruktur statt Improvisation

Was Sánchez verlangt, ist Reaktionsinfrastruktur - ein fester Ort, feste Ressourcen, feste Koordination. Der Unterschied dazu und zum bestehenden Modell ist der zwischen Armee und Freiwilligen: Beide können löschen, aber nur eines kann planen.

Derzeit werden Evakuierungsmaßnahmen in Teilen der Regionen Ávila und Madrid aufgehoben, während im Nordwesten in der Provinz Zamora ein neues Feuer ausbrach. Sánchez rief die Bürger auf, sich auf offizielle Informationskanäle und geprüfte Medien zu stützen - ein Appell, der in der Brandsaison banal klingt, bis einem einfällt, wie schnell eine Falschmeldung über eine gesperrte Straße jemanden direkt ins Feuer schicken kann.