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Jordanien zahlt für den Krieg anderer: 4.000 US-Soldaten, iranische Raketen über dem Kopf und 12 Prozent Zustimmung im eigenen Volk

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Jordanien zahlt für den Krieg anderer: 4.000 US-Soldaten, iranische Raketen über dem Kopf und 12 Prozent Zustimmung im eigenen Volk

Es gibt in jedem großen Krieg eine Rolle, die niemand freiwillig übernimmt: die des Nachbarn. Nicht der Angreifer, nicht der Angegriffene - jener, über dessen Kopf die Raketen zu jemand anderem fliegen. In dieser Saison fiel diese Rolle Jordanien zu.

Die iranischen Raketenangriffe auf Jordanien haben zugenommen, die Luftabwehr des Landes fing drei Raketen ab. Zuvor waren bei einem iranischen Angriff auf einen amerikanischen Stützpunkt in Jordanien zwei US-Soldaten getötet und Dutzende verletzt worden. Das Land hat niemandem den Krieg erklärt. Das Land liegt nur am falschen Ort der Karte.

Viertausend Soldaten und eine Rechnung

Auf jordanischem Gebiet stehen rund 4.000 amerikanische Soldaten. Laut einer Absichtserklärung von 2022 erhält das Land jährlich zwischen 1,45 und 1,65 Milliarden Dollar an amerikanischer Militär- und Wirtschaftshilfe.

Das ist der Preis eines Bündnisses, in Zahlen ausgeschrieben. Und wie jeder solche Preis wird er nicht nur im Haushalt bezahlt. Laut einer Arab-Barometer-Umfrage von 2026 bewerten nur 12 Prozent der Jordanier Trumps Außenpolitik positiv. Zwölf Prozent. Die Regierung steht in einem Bündnis, das Volk offensichtlich in etwas ganz anderem.

Ein halbes Land mit anderer Geschichte

Mehr als die Hälfte der jordanischen Bevölkerung hat palästinensische Wurzeln. Das Land steht zugleich unter Druck wegen des israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland und hält am Friedensvertrag mit Israel von 1994 fest - einem Vertrag, der daheim längst unbeliebt ist.

Die Regierung muss also gleichzeitig das amerikanische Bündnis halten, den Vertrag mit Israel nicht aufkündigen, die Iraner nicht provozieren und die eigenen Bürger nicht erzürnen. Fachleute sprechen von einem „sehr begrenzten Spielraum”. Das ist die diplomatische Art zu sagen: Es gibt keinen Ausweg.

Und all das trifft einen Staat, der auch ohne Raketen genug Probleme hat - hohe Schulden, Arbeitslosigkeit und eine Wirtschaft, die keine Überraschungen verträgt.

Eine bekannte Szene

Ein kleines Land, ein großer Verbündeter, ein fremder Konflikt, der über den Köpfen hinwegzieht, und eine Bevölkerung, die weder das eine noch das andere gewählt hat. Der Balkan kennt diese Szene auswendig - er braucht keine Übersetzung.

Wenn sich die Großen zum Verhandeln setzen, wird keiner von ihnen die drei abgefangenen Raketen über Amman zählen. Das ist die Rechnung, die beim Gastgeber bleibt - und genau deshalb lohnt es sich, sie jetzt zu notieren und nicht erst, wenn alles vorbei ist.