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46 Millionen Denar Entschädigung für gebissene Bürger, 30 Millionen für den Ausbau: Skopje zahlt mehr für die Folge als für die Lösung

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46 Millionen Denar Entschädigung für gebissene Bürger, 30 Millionen für den Ausbau: Skopje zahlt mehr für die Folge als für die Lösung

Sechsundvierzig Millionen Denar. Rund 750.000 Euro. So viel zahlte die Stadt Skopje im vergangenen Jahr an Bürger, die von streunenden Hunden gebissen wurden. Das ist kein Budget zur Lösung des Problems - es ist ein Budget zur Bezahlung der Folgen eines ungelösten Problems.

Allein bis zum 24. Juni dieses Jahres erhielt das kommunale Unternehmen „Lajka” 710 Meldungen von Bürgern zum Einfangen streunender Hunde. Das Tierheim hat eine offizielle Kapazität von 140 Plätzen, derzeit sind dort rund 180 Hunde untergebracht - die Differenz wird über Außenboxen für Gruppenhaltung aufgefangen.

Die Zahlen, die die Rechnung erklären

Ein Monitoring aus dem Jahr 2023 ergab rund 4.000 Straßenhunde auf dem Gebiet von Skopje, von denen etwa 48 Prozent kastriert waren. Doch die selten erwähnte Zahl ist eine andere: In Skopje gibt es rund 40.000 registrierte Haushunde, und nur etwa 9 Prozent von ihnen sind kastriert.

Das heißt: Die Quelle des Problems liegt nicht in erster Linie auf der Straße - sie liegt hinter einer Tür. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Ursachen sowohl in verantwortungsloser Haltung als auch in unkontrollierter Vermehrung von Haushunden liegen. Das Monitoring zeigte zudem, dass rund 18 Prozent der auf der Straße angetroffenen Hunde Haustiere waren, aber unbeaufsichtigt gelassen wurden.

Im vergangenen Jahr wurden rund 1.000 Hunde eingefangen, davon etwa 850 kastriert. Nach dem Einfangen durchläuft ein Hund eine tierärztliche Behandlung - Kastration, Tollwutimpfung, Mikrochip und Ohrmarke - und wird danach in der Regel an den Ort zurückgebracht, von dem er stammt. Eine Ausnahme gilt, wenn ein Biss gemeldet und durch ärztliche Unterlagen belegt wurde.

Hunde, die „über Nacht auftauchten”

Der unangenehmste Teil der Geschichte kommt aus dem Alltag. Eine Bewohnerin von Taftalidže berichtet, im vergangenen Herbst sei eine Gruppe Hunde im Viertel aufgetaucht und halte sich seither an derselben Stelle auf. Keiner von ihnen war den Anwohnern zuvor bekannt, keiner trug eine Ohrmarke. Zur Gruppe gehörten auch Hündinnen mit kleinen Welpen.

„Lajka” erklärt zu genau dieser Gruppe, nach Beobachtungen vor Ort handle es sich um Hunde, die in dem Gebiet nicht heimisch sind; dass die gesamte Gruppe gleichzeitig auftauchte und keines der Tiere zuvor behandelt worden war, begründe den Verdacht, die Tiere seien aus einer anderen Gemeinde außerhalb von Skopje dorthin verbracht worden.

Also hat jemand sie eingeladen und in einem fremden Viertel wieder ausgeladen. Das ist kein Problem mit Hunden - das ist ein Problem mit Menschen, und es hat in dieser Geschichte weder Strafe noch Namen noch Verfahren.

Ein Bürger aus Ǵorče Petrov, der nun Schadenersatz einklagt, berichtet, wenige Tage vor Neujahr habe ihn vor dem Hauseingang eine Gruppe von sechs Hunden erwartet. Sie umringten ihn und sprangen ihn an, einer der größten biss ihn ins Bein. Noch am selben Abend suchte er im Staatskrankenhaus ärztliche Hilfe.

Anfang dieses Jahres wurde eine Investition von 30 Millionen Denar zur Erweiterung der Kapazitäten von „Lajka” angekündigt. Der Vergleich genügt für sich: 30 Millionen für den Ausbau gegenüber 46 Millionen allein für Entschädigungen in einem Jahr. Die Stadt Skopje beantwortete Fragen zum Thema nicht.

Das ist das System in einem Satz - es zahlt mehr für die Folge als für die Lösung und schweigt dann, wenn man es nach dem Warum fragt.