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Noch ein Tanker brennt im Roten Meer: Wenn eine einzige Rakete die ganze Kette erschüttern kann

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Noch ein Tanker brennt im Roten Meer: Wenn eine einzige Rakete die ganze Kette erschüttern kann

Noch ein Öltanker brennt im Roten Meer, noch ein Geschoss, das sein Ziel in einem der meistbefahrenen Nadelöhre der Welt fand. Die Huthi aus dem Jemen teilen mit, sie hätten zwei saudische Tanker - die Encelia und die Layla - mit ballistischen und Marschflugkörpern getroffen, im Namen einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Was als lokaler Krieg in einem armen arabischen Land begann, ist längst zu einem Risiko geworden, das sich in Barrel und in Benzinpreisen über die halbe Welt misst.

Nach Angaben maritimer Sicherheitsquellen wurde der Tanker Encelia etwa 70 Seemeilen südwestlich des saudischen Hafens Al Schukaik direkt getroffen, irgendwann gegen 20:00 Uhr GMT. Auf dem Schiff brach ein Feuer aus, das die Besatzung löschen konnte. Die britische Agentur für maritime Handelsoperationen (UKMTO) meldete, der Kapitän habe „ein unbekanntes Geschoss, das einen Brand auf dem Schiff verursachte, von der Besatzung gelöscht” gemeldet. Vorerst gibt es keine gemeldeten Opfer oder Umweltschäden.

Die Zahlen sind es, die die wahre Geschichte erzählen. Fünf Tanker änderten sofort ihre Route, nachdem die Huthi sie gewarnt hatten, saudische Häfen zu meiden, und zwei von ihnen nannten den Suezkanal als neues Ziel. Mit jedem solchen Angriff springt die Schiffsversicherung, die Routen werden länger, und am Ende zahlt jemand die Kosten - meist nicht der, der schießt.

Das Rote Meer ist kein abstrakter Punkt auf der Karte. Durch es fließt ein Teil des Öls und der Waren, die auch europäische Häfen erreichen, die balkanischen eingeschlossen. Wenn das Meer zur Risikozone wird, bleibt der Effekt nicht im Jemen - er reist mit jedem Schiff, das ausweichen, warten oder mehr zahlen muss, um durchzukommen.

Und die Welt schaut, wie üblich, mit einem Auge hin. Die Großmächte verurteilen, wenn der Tanker ihrer ist, und schweigen, wenn er es nicht ist. Die Huthi wissen genau, dass die Kontrolle über ein einziges enges Nadelöhr mehr wert ist als jede Erklärung - eine Lektion, die der Balkan mit seinen Brücken, Übergängen und Korridoren ohne Übersetzung versteht.

Die Frage, die bleibt, ist nicht, ob es noch einen solchen Angriff geben wird, sondern wie lange wir noch so tun werden, als hätten diese Flammen auf einem fernen Meer nichts mit uns zu tun. Jeder getroffene Tanker ist eine Erinnerung daran, dass die Weltwirtschaft an ein paar engen Durchgängen hängt - und dass eine einzige Rakete genügt, um die ganze Kette zu erschüttern.