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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Zwanzig Jahre. So lange wartete Tetovo darauf, dass die Erneuerung seines Uhrturms beginnt. Jetzt wird endlich gegraben - mit einer Spende von 200.000 Euro aus der türkischen Stadt Konya.
Die Fundamente sind freigelegt, der Grundriss steht, und nun wartet man darauf, dass das unterirdische Leitungsnetz unter dem Standort verlegt wird, damit die Arbeiten starten können. Tetovos Bürgermeister Bilal Kasami sagt, mit der Ausarbeitung des Hauptprojekts durch das Konservierungszentrum werde die gesamte Finanzierung feststehen und auch, wie viel gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Tourismus kofinanziert werden muss.
Zwanzig verlorene Jahre haben ein Datum
Die Chronologie sollte man langsam lesen. Die Fundamentteile des Objekts wurden erstmals im Dezember 2005 freigelegt. Im März 2006 gingen die archäologischen Untersuchungen weiter. Ein Projekt zur Erneuerung wurde erstellt - und galt damals als Plagiat des Uhrturms von Gostivar.
„Irgendwo dort enden alle Aktivitäten", sagt Aleksandar Jordanovski, Direktor des Nationalen Konservierungszentrums.
Irgendwo dort. Zwanzig Jahre passen in einem Satz in ein „irgendwo dort". Ein schlecht gemachtes Projekt, und das Objekt blieb zwei Jahrzehnte ein Loch im Boden - nicht wegen eines Krieges, nicht wegen eines Erdbebens, sondern weil niemand zurückkam, um die Arbeit zu Ende zu bringen.
Wie sah er aus? Niemand weiß es genau
Das ungewöhnlichste Detail der ganzen Geschichte: Für die Ausarbeitung des Projekts wurde künstliche Intelligenz eingesetzt, weil es keine genauen Daten dazu gibt, wie der Turm aussah - es existieren nur zwei, drei Fotografien aus dem vergangenen Jahrhundert, die ihn halb zerfallen zeigen.
Jordanovski forderte zusätzliche historische Recherchen und engagierte Branislav Svetozarević, Historiker im Staatsarchiv Mazedoniens, wodurch neue Angaben zum Aussehen gefunden wurden. Anschließend erzeugten sie mit künstlicher Intelligenz ein Bild auf Basis der gefundenen Daten.
Gebaut wird also eine Rekonstruktion, die auf einer Rekonstruktion beruht. Das ist kein Skandal - bei zwei, drei Fotografien ist es vielleicht der einzige ehrliche Weg. Aber man sollte benennen, was es bedeutet: Hätte man 2006 begonnen, wäre die Erinnerung näher, die Quellen zahlreicher und die Zeugen am Leben gewesen.
Wer zahlte und wer nicht
Kasami sagt, mit der Rekonstruktion kehre ein wichtiges Objekt des Kulturerbes zurück und Tetovo werde beweisen, dass es Geschichte, Tradition und Kultur zu bewahren weiß. Bei der Präsentation war auch der neue Minister für Kultur und Tourismus, Sedat Sulejmani.
Ein schöner Satz. Doch das Geld dafür kam aus Konya. Zweihunderttausend Euro für das Symbol einer mazedonischen Stadt stellte eine türkische Kommune bereit, während der Rest der Finanzierung erst noch geklärt wird.
Das ist kein Vorwurf an Konya - eine Spende ist eine Spende, und sie soll gelten. Die Frage ist eine andere: Wenn das Symbol wirklich so viel wert ist, wie auf Präsentationen behauptet wird, warum brauchte es ein fremdes Budget, um es aus dem Boden zu holen? Zwanzig Jahre waren Zeit genug, um nicht auf ein Geschenk zu warten.
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