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UNESCO erneut in Ohrid: Doch der See wird nicht mit protokollarischen Treffen verteidigt, sondern mit Entscheidungen

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UNESCO erneut in Ohrid: Doch der See wird nicht mit protokollarischen Treffen verteidigt, sondern mit Entscheidungen

Eine hochrangige UNESCO-Delegation hat einen dreitägigen Besuch in Mazedonien abgeschlossen, mit Arbeitstreffen mit Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova und Minister Ljutkov. Das Thema ist alt, aber noch immer ungelöst - der Schutz des Natur- und Kulturerbes der Region Ohrid.

Ziel des Besuchs ist laut Erklärung die Stärkung der Zusammenarbeit und die Umsetzung der Schutzempfehlungen. Das Wort „Umsetzung" ist hier das entscheidende - denn Empfehlungen für Ohrid gibt es seit Jahren, und das Problem war nie ihr Mangel, sondern ihre Durchführung. Die UNESCO warnt seit Langem vor Schwarzbau, wilder Uferbebauung und dem Druck auf den See.

Ohrid wird nicht mit protokollarischen Treffen verteidigt, sondern mit Entscheidungen, die den Sommer überdauern - und genau darin liegt der Unterschied zwischen Absicht und Ergebnis. Jede Delegation kommt, lässt sich fotografieren, unterschreibt für Zusammenarbeit, während vor Ort der Beton weiter zum Wasser vorrückt. Die Frage ist nicht, ob die Behörden die Bedeutung des UNESCO-Status verstehen, sondern ob sie bereit sind, unpopuläre Schritte zu gehen, um ihn zu behalten.

Denn die Alternative ist bekannt und beschämend - Ohrid steht seit Langem unter der Drohung, auf die Liste des gefährdeten Erbes gesetzt zu werden. Das ist keine abstrakte Gefahr, sondern ein konkretes Risiko, das von Besuch zu Besuch aufgeschoben wird. Und bleibt der Schutz weiter auf der Ebene von Treffen und Fotografien, lautet die Frage nicht, ob wir den Status verlieren, sondern wann.