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Schwarzer Bildschirm im ungarischen Fernsehen: Wir entschuldigen uns, wir haben jahrelang gelogen

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Schwarzer Bildschirm im ungarischen Fernsehen: Wir entschuldigen uns, wir haben jahrelang gelogen

Manchmal ist die stärkste Botschaft ein schwarzer Bildschirm. Am 7. Juli, um 16 Uhr, wurde das ungarische öffentliche Fernsehen M1 schwarz, und auf dem Bildschirm erschien ein weißer Satz: „Öffentliche Medien dürfen nicht lügen. Wir entschuldigen uns, dass wir es jahrelang getan haben. Die öffentlichen Medien werden nun reorganisiert, um unabhängig und glaubwürdig zu sein." Gleichzeitig wurden alle Nachrichten- und Politiksendungen des ungarischen öffentlichen Fernsehens und Radios unterbrochen.

Um das Gewicht dieses Moments zu verstehen, muss man wissen, was ihm vorausging. Über ein Jahrzehnt lang verwandelte die Regierung von Viktor Orban die öffentlichen Medien in eine Propagandamaschine - sie verbreiteten systematisch widerlegte Narrative über Migranten, über George Soros, über die EU, über die Ukraine, manche in einem Ton, der an die Propaganda der dreißiger Jahre erinnerte. Das waren keine Medien, die gelegentlich irren; es war ein Werkzeug der Macht, bezahlt mit dem Geld der Bürger.

Die Wende kam nach der Wahl. Nach Orbans Wahlniederlage am 12. April stellten der neue Premierminister Peter Magyar und seine Tisza-Partei die Medienreform ins Herz der Kampagne - und setzen sie nun um. Der Direktor und der größte Teil des Programmpersonals wurden ausgetauscht, und am Abend kehrte das Fernsehen mit einem ungarischen Film von 1979 auf den Bildschirm zurück, einer politischen Satire über den Stalinismus. Die Symbolik könnte kaum deutlicher sein.

„Ein historischer Tag. Heute endet die Propagandaausstrahlung in den öffentlichen Medien. Sie logen Tag und Nacht, auf allen Frequenzen. Das ist jetzt vorbei", schrieb Magyar. Das klingt gut - doch hier lohnt es sich, etwas Skepsis zu bewahren. Jede neue Macht, die die Medien übernimmt, verspricht Unabhängigkeit; die Frage ist, ob die neuen Leute wirklich einen freien öffentlichen Rundfunk aufbauen oder nur denselben Apparat zu ihrem Vorteil wenden. Für eine Region, die beide Versionen aus der Nähe kennt, ist der ungarische schwarze Bildschirm Hoffnung und Mahnung zugleich: Ein Medium, das einst der Macht diente, kann ihr leicht wieder dienen, nur einer anderen.