57 Abschlussschüler in Štip durch die Prüfung gefallen, 53 davon in Englisch: Liegt das Problem bei den Schülern oder am Unterricht?
09.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
In der Türkei sterben immer mehr Frauen, und es werden immer weniger Fragen gestellt. Allein im April 2026 wurden laut der Plattform „Wir werden den Femizid stoppen" 26 Femizide registriert, und weitere 23 Frauen starben unter „unklaren oder verdächtigen Umständen". Für das gesamte Jahr 2025 liegt die Zahl der getöteten Frauen bei mindestens 294. Doch hinter jeder Statistik steht eine Frage, die der Staat offensichtlich nicht laut stellen will.
Der größte Teil der Opfer wird von aktuellen oder früheren Partnern und Verwandten getötet - Ehemänner, Freunde, Familienmitglieder. Und das Gemeinsame bei vielen von ihnen ist erschreckend vertraut: Die Frau wollte gehen, eine Versöhnung ablehnen, ihr eigenes Geld oder ihre eigene Entscheidung über eine Schwangerschaft behalten. Mit anderen Worten: bestraft dafür, dass sie über ihr eigenes Leben verfügen wollte.
Was Aktivisten am meisten beunruhigt, sind die als Selbstmord eingestuften Todesfälle - Stürze aus Fenstern und von Balkonen, bei denen Familien, Anwälte und Verbände behaupten, die Ermittlungen seien voller „logischer Widersprüche, gegensätzlicher Aussagen und unzureichend gesammelter Beweise". Wenn eine Frau ohne jedes Anzeichen einer Krise plötzlich vom dritten Stock „springt" und die Ermittlung hastig geschlossen wird, ist die Frage nicht, ob etwas verdächtig ist - sondern warum niemand hinsehen will.
Der institutionelle Hintergrund macht das Bild noch düsterer. 2021 zog sich die Türkei aus der Istanbul-Konvention zurück - genau jenem Dokument des Europarats, das Frauen vor Gewalt schützen soll. Seither, sagen die Verbände, sind die Ermittlungen schwächer und die Strafen für die Angreifer milder geworden. Wenn ein Staat auf das Werkzeug zum Schutz verzichtet, ist die Botschaft an die Täter klar.
Für den Leser dieser Region ist das keine ferne türkische Geschichte. Gewalt gegen Frauen, das Zum-Schweigen-Bringen der Familien, Ermittlungen, die „nichts finden" - all das klingt auch auf dem Balkan schmerzhaft vertraut. Der Unterschied liegt nur in den Zahlen und darin, wie laut jemand zu sprechen wagt. Die Frage, die bleibt, ist nicht nur türkisch: Wie viele Signale müssen ignoriert werden, bevor ein Tod aufhört, ein „unklarer Umstand" zu sein?
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