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Die USA zerschlugen Irans Hafen Chabahar - und trafen ein indisches Interesse

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Die USA zerschlugen Irans Hafen Chabahar - und trafen ein indisches Interesse

Das US-Militär griff Irans Hafen Chabahar zwei Nächte hintereinander an - den einzigen iranischen Hafen am Indischen Ozean. Der Kontrollturm für den Schiffsverkehr wurde zerstört, zwei Anlegestellen beschädigt. Es ist der erste amerikanische Militärschlag gegen Chabahar seit dem Waffenstillstand, was bedeutet, dass in einer Region, von der alle hofften, sie beruhige sich, wieder etwas aufbricht.

Was diesen Hafen wichtiger macht, als es klingt, ist, wer hinter ihm steht. Indien steckte enorme Summen in Chabahar, um einen Weg nach Afghanistan und Zentralasien über einen Transportkorridor zu erhalten, der Pakistan vollständig umgeht. Mit anderen Worten: Das ist nicht nur iranische Infrastruktur - es ist ein strategisches Tor für eine der größten Mächte der Welt. Der Schaden reicht weit über den Iran hinaus.

Amerikanische Funktionäre verpackten die Operation wie üblich sorgfältig: „Zivile Einrichtungen und wichtige Energieinfrastruktur waren kein Ziel", sagen sie und erklären den Schlag als Antwort auf „erhebliche Risiken" für die Handelsschifffahrtsrouten. Solche Formulierungen sollte man stets aufmerksam lesen - jeder Militärschlag kommt mit einer Pressemitteilung, die erklärt, warum er eigentlich nicht so schlimm war.

Der Hintergrund offenbart eine weitere Schicht. Die Ausnahmen von den US-Sanktionen gegen den Hafen liefen im April aus, was ihn schon vor den Angriffen selbst geschwächt hatte. Der Druck auf Chabahar begann also nicht mit den Bomben - sie vollendeten nur, was die Sanktionen begonnen hatten. Für den Balkan ist das eine bekannte Geschichte in neuem Gewand: Wenn Großmächte Rechnungen begleichen, werden kleine Tore, Staaten und Korridore zum Schlachtfeld für fremde Interessen. Die einzige Frage ist, wer am Ende die Rechnung zahlt - und das wird selten in der Stadt entschieden, die getroffen wurde.