Skip to content

Die Waffenruhe brach in Hormuz zusammen: USA und Iran tauschten Schläge aus, und kroatische Seeleute überlebten einen getroffenen Tanker wie durch ein Wunder

1 Min. Lesezeit
Teilen
Die Waffenruhe brach in Hormuz zusammen: USA und Iran tauschten Schläge aus, und kroatische Seeleute überlebten einen getroffenen Tanker wie durch ein Wunder

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hielt genau so lange, wie es beiden Seiten passte. Nach nächtlichen amerikanischen Schlägen gegen iranische Ziele schlug Teheran am Morgen mit Angriffen auf US-Militärziele in der Region zurück, und Donald Trump erklärte, das Abkommen existiere nicht mehr. All das - während er in Ankara bei einem Treffen mit dem NATO-Generalsekretär saß. Die Synchronisierung der militärischen Eskalation mit dem diplomatischen Gipfel ist kaum ein Zufall.

Auslöser war ein Angriff auf mehrere Tanker in der Straße von Hormuz, dem engsten Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Unter den Getroffenen war ein katarischer Flüssiggastanker mit sechs kroatischen Seeleuten an Bord. Einer der Überlebenden war unverblümt: „Ich habe wie durch ein Wunder überlebt, wir sind alle am Leben." Menschen vom Balkan fanden sich, wie immer, mitten in einem fremden Krieg wieder, an Arbeitsplätzen, die sie annahmen, um ihre Familien zu ernähren.

Trumps Rhetorik war brutal und ohne jeden diplomatischen Schleier: „Das sind böse und kranke Menschen. Sie sind ein Krebs. Und wissen Sie, was man mit Krebs macht? Man entfernt ihn so schnell wie möglich." Er behauptete, die amerikanischen Schläge seien „20-mal stärker" gewesen als die iranische Antwort. Die iranische Revolutionsgarde wiederum erklärte, sie habe als Reaktion auf „den Bruch der Waffenruhe" 85 US-Militärziele in Bahrain und Kuwait getroffen. Luftalarmsirenen ertönten in beiden Ländern mehrmals.

Der Effekt war sofort dort zu spüren, wo es am meisten schmerzt - auf dem Markt. Mindestens vier Öl- und Gastanker gaben die Durchfahrt durch die Meerenge auf und kehrten um, und Washington hob die entscheidende Ausnahmeregelung auf, die es dem Iran erlaubte, Öl auf dem internationalen Markt zu verkaufen. Das Ergebnis: Der Ölpreis sprang um über drei Prozent. Und wenn das Öl in Hormuz teurer wird, wird es auch an den Zapfsäulen in Skopje teurer - die Geopolitik braucht kein Visum, um unsere Geldbeutel zu erreichen.

Dennoch raten Analysten zur Vorsicht vor dramatischen Schlüssen. Obwohl dies der schwerste Schusswechsel seit der Unterzeichnung des Abkommens ist, bedeutet die Eskalation selbst nicht automatisch, dass die Waffenruhe zusammenbrechen muss - denn weder Washington noch Teheran haben ein Interesse daran, in einen offenen Konflikt zurückzukehren. Die Frage ist, wie lange das Interesse stärker bleibt als der Stolz. Auf dem Balkan kennen wir diese Rechnung nur zu gut.