Skip to content

Erdogan schenkte allen NATO-Führern Pistolen und Munition: ein Geschenk, das halb Europa nicht nach Hause bringen durfte

1 Min. Lesezeit
Teilen
Erdogan schenkte allen NATO-Führern Pistolen und Munition: ein Geschenk, das halb Europa nicht nach Hause bringen durfte

Diplomatische Gipfel enden meist mit Gruppenfotos, leeren Kommuniqués und Höflichkeitsgeschenken - einer Vase, einem Buch, einer lokalen Spezialität. Doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan beschloss, das Protokoll des NATO-Gipfels in Ankara auf seine Weise zu brechen: Jedem Staatschef schenkte er einen Revolver und eine Schachtel Munition, wobei jede Waffe mit dem Namen des Empfängers graviert war.

Die Geste ist reine Erdoğan-Inszenierung - eine Botschaft, verpackt als Geschenk. Die Türkei zählt zu den größten Waffenproduzenten des Bündnisses und will genau so gesehen werden: nicht als Land, das Schutz sucht, sondern als eines, das ihn bietet. Verbündeten auf einem Militärgipfel Pistolen zu schenken ist nicht subtil, sollte es aber auch nicht sein.

Die Komödie kam danach, als die Geschenke mit der Realität europäischer Waffengesetze kollidierten. Der deutsche Revolver, bestimmt für Kanzler Merz, musste zur deutschen Botschaft gebracht werden, um legal eingeführt zu werden, bevor er in die offizielle Geschenksammlung gelangen konnte. Der britische Premierminister Keir Starmer ließ seinen Revolver einfach in der Türkei, um das Problem zu umgehen, da Großbritanniens strenge Waffengesetze schon durch die Einfuhr verletzt würden. Erdoğan legte auch Dokumente für eine Ausfuhrgenehmigung bei, doch mehrere Länder verhedderten sich dennoch in den eigenen Vorschriften.

Und darin liegt die kleine, aber scharfe Lehre. Während manche Führer zu Anwälten rennen müssen, um eine einzige Pistole gesetzeskonform unterzubringen, zeigte die Geste zwei gegensätzliche Kulturen in einem Raum - eine, in der die Waffe ein Symbol der Macht ist und mit Stolz verschenkt wird, und eine andere, in der schon ein einziger Revolver mehr Genehmigungen verlangt, als er wert ist. Auf dem Balkan, wo Waffen oft ohne jede Erlaubnis in den Häusern liegen, wirkt diese Szene fast wie eine Geschichte aus einer anderen Welt. Und doch saßen alle am selben Tisch.