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Alte Kredite werden billiger, neue teurer: das Detail aus den Zentralbankdaten, das es nicht in die Schlagzeilen schaffte

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Alte Kredite werden billiger, neue teurer: das Detail aus den Zentralbankdaten, das es nicht in die Schlagzeilen schaffte

Der durchschnittliche Zinssatz auf alle Kredite lag im Juni bei 4,67 Prozent - ein Rückgang um 0,02 Prozentpunkte gegenüber Mai und um 0,36 Punkte gegenüber Juni des Vorjahres. Die Schlagzeile lautet: Kredite werden billiger. Das stimmt. Doch in den Daten der Nationalbank steckt ein Detail, das diese Schlagzeile verkompliziert.

Bestehende Kredite werden billiger. Neue nicht.

Bei den Haushalten lag der Durchschnittszins auf alle Kredite im Juni bei 5,02 Prozent, 0,42 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Bei neu bewilligten Krediten an Privatpersonen erreichte der Satz jedoch 4,71 Prozent - ein Anstieg um 0,07 Prozentpunkte binnen eines Monats. Dasselbe gilt für Unternehmen: Die Gesamtkredite fielen auf 4,31 Prozent, die neuen stiegen auf 4,25 Prozent, plus 0,03 Punkte im Monatsvergleich. Der Grund ist laut Daten die Verteuerung von Fremdwährungskrediten.

Wer also bereits einen Kredit hat, dessen Monatsrate kühlt langsam ab. Wer einen neuen aufnimmt, zahlt ab diesem Monat etwas mehr als im vergangenen. Diese Unterscheidung schafft es selten in die Schlagzeilen - und genau sie bestimmt die Entscheidung dessen, der jetzt überlegt, eine Wohnung zu kaufen.

Einlagen: die Banken kämpfen endlich um Ihr Geld

Der Durchschnittszins auf alle Einlagen blieb praktisch unverändert bei 2,17 Prozent. Bei neu angenommenen Einlagen sieht es anders aus: 2,54 Prozent marktweit, bei Haushalten sogar 2,74 Prozent - plus 0,21 Prozentpunkte in einem Monat und 0,41 Punkte in einem Jahr. Bei Unternehmen ist der Anstieg noch schärfer: Neue Firmeneinlagen bringen 2,20 Prozent, ein Sprung um 0,49 Prozentpunkte binnen eines Monats.

Dieser Anstieg speist sich vor allem aus höheren Zinsen auf Denar-Einlagen ohne Währungsklausel. Anders gesagt: Die Banken wollen inländische Ersparnisse in Denar und sind bereit, dafür zu zahlen. Wenn eine Bank Ihnen mehr für Ihr eingezahltes Geld bietet, ist das meist keine Großzügigkeit - es ist ein Zeichen, dass sie Liquidität braucht.

Was ein normaler Mensch damit anfangen kann

Erstens: Der Unterschied zwischen 2,17 Prozent auf einer bestehenden Einlage und 2,74 Prozent auf einer neuen ist keine Kleinigkeit. Bei einer älteren Einlage, die einfach liegt und sich automatisch verlängert, lohnt zumindest die Prüfung, ob die Bank Ihnen den aktuellen Satz gibt oder den von vor zwei Jahren.

Zweitens: Wer über einen neuen Kredit nachdenkt, sollte auf die Währung achten. Die Daten der Nationalbank zeigen klar, wo die Verteuerung liegt: bei Fremdwährungskrediten, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.

Die Nationalbank bewertet die Entwicklungen als Ergebnis von Veränderungen bei verschiedenen Kredit- und Einlagearten sowie der Bedingungen am Finanzmarkt. Eine Formulierung, die wenig sagt. Die Daten hingegen sagen genug: Der Preis alter Schulden fällt, der Preis neuer steigt, und der Wettbewerb um Ihre Ersparnisse hat gerade erst begonnen.