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23.04.2026
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12.04.2026
Der mazedonische Journalismus verliert einen der bekanntesten Namen aus der Generation, die das Mediensystem des Landes aufgebaut hat. Živko Georgievski ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
Er war einer jener Journalisten, die ihren Beruf in mehreren Ländern, zwei Systemen und einer Reihe von Institutionen ausübten. Seine Karriere begann als Gymnasiast bei der Zeitung „Večer", dann in der Jugendredaktion von Radio Ohrid, und nach seinem Studium in Belgrad arbeitete er im Hauptteam der damaligen jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug. Jahrelang leitete er Tanjugs mazedonisches Büro und war Auslandskorrespondent mit mehrjährigem Mandat in Jakarta, Indonesien.
In den 70ern war er Direktor von Radio Ohrid. Nach seiner Rückkehr nach Mazedonien, kurz vor dem Zerfall Jugoslawiens, gründete er das Mazedonische Pressebüro. Von 1998 bis 2002 war er Direktor der MIA (Mazedonische Informationsagentur) - eine Phase, in der die Agentur eine bedeutende Rolle in der Information spielte.
Das ist die nüchterne Biografie. Aber die Frage ist: Was bedeutet das für den heutigen Journalismus in Mazedonien? Živko Georgievski gehörte zu einer Generation, die noch glaubte, dass Information ein öffentliches Gut ist, dass Journalismus ein Dienst am Leser ist und dass es einen Unterschied zwischen „Veröffentlichen" und „Schreiben" gibt. Heute sind diese Linien verwischt. Ein Großteil der Online-Portale in Mazedonien sind umformulierte Schlagzeilen, kopiert aus US-amerikanischen Nachrichtenagenturen - mit werbegetriebenem Hintergrund.
Er war ein Mann, der über das schrieb, was er sah, in einem Land, das mehrfach ein schwieriger Ort für echten Journalismus war. Er ging in den Ruhestand bei der MIA und lebte seitdem in Ohrid - der Stadt, mit der er sein ganzes Leben verbunden war und wo er morgen begraben wird.
Die Kollegien werden sich an ihn erinnern. Die jüngere Generation von Journalisten, die in einer Zeit aufwuchs, in der Journalismus bereits zum Verkauf an Algorithmen-Klicks getrieben war - sollte vielleicht noch einmal nachdenken. Was macht eine Karriere bedeutsam? Jakarta als Korrespondent, Tanjug, MIA. Oder 5.000 Follower auf Twitter und schnelle „Takes"? Das ist der stille Schlusssatz.
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