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Start-up von Dreiundzwanzigjährigen sprang in fünf Monaten von 300 Millionen auf 3,2 Milliarden Dollar

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Start-up von Dreiundzwanzigjährigen sprang in fünf Monaten von 300 Millionen auf 3,2 Milliarden Dollar

Im April sammelte das Start-up AfterQuery 30 Millionen Dollar (rund 26 Millionen Euro) bei einer Bewertung von 300 Millionen ein. Fünf Monate später wird dieselbe Firma nach veröffentlichten Angaben mit 3,2 Milliarden Dollar bewertet - rund 2,8 Milliarden Euro. Das ist mehr als eine Verzehnfachung in weniger als einem halben Jahr.

Die Gründer sind 22 und 23 Jahre alt. Vor achtzehn Monaten waren sie im Winterjahrgang von Y Combinator. Gustaf Alströmer, Partner beim Accelerator, sagt, das sei der schnellste Weg zur Milliarde in der Geschichte dieses Hauses. Die Formulierung stimmt und ist zugleich Werbung - Y Combinator verkauft genau dieses Versprechen an jeden nächsten Gründerjahrgang.

Was macht die Firma eigentlich? Sie baut kein Modell und verkauft keine App. Sie engagiert Ärzte, Anwälte und andere Fachleute, um Modelle zu trainieren - nicht, damit sie Fragen richtig beantworten, sondern damit sie das Arbeitsmuster eines Fachmenschen nachvollziehen. Das Unternehmen beschreibt das als „Kodierung der Muster, Entscheidungen und Urteilsbildung der weltbesten Praktiker“. Einfacher gesagt: Bezahlte Fachleute übergeben ihr eigenes Handwerk an Software, die anschließend ohne sie verkauft wird.

Aus San Francisco hieß es, der Jahresumsatz habe bereits eine Rate von 100 Millionen Dollar erreicht und man arbeite mit den großen Laboren zusammen. Zu den genannten Kunden zählen Nvidia, Legora und die südkoreanische Motif Technologies. In derselben Nische arbeiten bereits Mercor und Scale - das heißt, dies ist kein Einzelfall, sondern eine ganze Branchenschicht, aufgebaut darauf, dass Menschen mit Abschlüssen die Modelle trainieren.

Das Verhältnis der beiden Zahlen lohnt einen Moment. Umsatz von 100 Millionen, Bewertung von 3,2 Milliarden - das ist ein Preis vom Zweiunddreißigfachen der Jahreseinnahmen. Investoren kaufen keinen Umsatz, sie kaufen die Erwartung, dass sich der Umsatz vervielfacht. Hält diese Erwartung, hat heute Abend jemand einen ausgezeichneten Zug gemacht. Hält sie nicht, zahlt die Differenz derjenige, der zuletzt eingestiegen ist.

Für eine Region, in der ein diplomierter Ingenieur Arbeit für ein paar hundert Euro sucht, ist das interessanteste Detail nicht die Zahl, sondern das Geschäftsmodell: Das Wissen des Profis wird einmal gekauft und unendlich verkauft. Die Frage, die diese Rechnung aufwirft, ist nicht, ob sie den Balkan erreicht, sondern was man hier für dieselbe Arbeit anbieten wird.