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Ahmeti denkt über den Ruhestand nach und fordert im selben Interview Neuwahlen: 83 Prozent neue Führung, aber derselbe Mann an der Spitze

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Ahmeti denkt über den Ruhestand nach und fordert im selben Interview Neuwahlen: 83 Prozent neue Führung, aber derselbe Mann an der Spitze

Ali Ahmeti tat in einem Fernsehauftritt zwei Dinge, die selten zusammengehen: Er sagte, er denke über den Ruhestand nach, und forderte im selben Atemzug vorgezogene Wahlen.

Beide Aussagen sind exakte Zitate aus einem Interview. Und beide sagen etwas über den Zustand der DUI, was keine Parteimitteilung je sagen wird.

„Ich denke darüber nach" - und gleich danach: die Parteifreunde sagen, es sei zu früh

„Ehrlich gesagt denke ich persönlich darüber nach, denn hinter mir liegen 25 Jahre Politik und Geschichte. Ein Leben in ständiger Aktivität und Sitzungen bringt seine Last mit sich", sagte Ahmeti.

Dann kommt die zweite Hälfte des Satzes, die alles verändert: „Wenn ich jedoch meine Parteifreunde und Weggefährten konsultiere, ist ihre Haltung, dass es noch zu früh ist und meine Anwesenheit weiterhin unerlässlich."

Wer die Balkanpolitik verfolgt, erkennt diese Konstruktion sofort. Der Vorsitzende kündigt keinen Abgang an - er teilt mit, dass die Partei ihn nicht gehen lässt. Damit erreicht man zweierlei zugleich: Man testet die öffentliche Reaktion und bestätigt, dass es keinen konsensfähigen Nachfolger gibt.

83 Prozent neue Führung, derselbe Mann an der Spitze

Ahmeti rühmte sich, die Partei habe eine tiefgreifende personelle Erneuerung durchlaufen - nach seinen Angaben bestehen über 83 Prozent der Führungsstrukturen aus neuen und jungen Gesichtern.

Die Zahl ist beeindruckend, eröffnet aber genau die gegenteilige Möglichkeit zu der, die sie nahelegt. Wenn 83 Prozent der Führung erneuert sind, die Nachfolgefrage aber nach 25 Jahren weiter an einem einzigen Namen hängt, dann fand die Erneuerung überall statt außer dort, wo sie entscheidend ist. Eine Auffrischung der zweiten Ebene ist kein Übergang - das ist Instandhaltung.

Der Ruf nach Neuwahlen

Im selben Auftritt, in der Sendung „Click Plus", bewertete Ahmeti vorgezogene Parlamentswahlen als beste Lösung. Seiner Einschätzung nach wird es sie wohl nicht dieses, sondern nächstes Jahr geben, doch seine Partei sei jederzeit bereit.

„Das Klima muss sich ändern; mir scheint sicher, dass auch die größte makedonische Partei begriffen hat, dass die Dinge nicht gut laufen. Fänden sie morgen statt, wir sind bereit", sagte er.

Eine Oppositionspartei, die Wahlen fordert, ist für sich genommen keine Nachricht - das ist die Stellenbeschreibung. Interessanter ist der Zeitplan: Ein Mann, der laut über den Ruhestand nachdenkt, fordert eine Wahl, die ihm ein weiteres Mandat verschaffen würde. Finden die Wahlen nächstes Jahr statt und steht er weiter an der Spitze, dann dauerte das „Nachdenken über den Ruhestand" genau so lange, wie man braucht, um zu prüfen, ob jemand unruhig wird.

Worauf zu achten ist

Vorgezogene Wahlen sind nicht die Entscheidung einer Partei, sondern einer Parlamentsmehrheit, und bislang ist in diesem Land keine Regierungskonstellation freiwillig zur Wahl gegangen, während ihre Werte sanken. Die Aussage wiegt daher mehr als innerparteiliche Botschaft denn als reale Ankündigung.

Der echte Indikator wird nicht das nächste Interview sein, sondern das erste Mal, dass die DUI auf die Frage nach der Parteiführung einen anderen Namen als Ahmeti nennt. Fünfundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit für jeden, der wartet.