Skip to content

Anduril mit 5 Milliarden Dollar und 61 Milliarden Bewertung: Verteidigung ist die neue Tech

1 Min. Lesezeit
Teilen

Anduril, das neun Jahre alte Startup für Verteidigungstechnologie, hat die größte Finanzierungsrunde in seiner Geschichte abgeschlossen: 5 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) bei einer geschätzten Bewertung von 61 Milliarden Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr - damals waren es 30,5 Milliarden.

Die Runde, Serie H, wurde von Thrive Capital und Andreessen Horowitz angeführt - den Bestandsinvestoren, die offensichtlich nicht aussteigen wollen. Allein für 2025 haben sich die Umsätze des Unternehmens auf 2,2 Milliarden Dollar verdoppelt. Insgesamt von Investoren eingesammelt: über 11 Milliarden.

Warum interessiert das Leser auf dem Balkan? Weil Anduril nicht mehr nur für die US-Streitkräfte arbeitet. Im vergangenen Monat erhielt es einen Vertrag vom niederländischen Verteidigungsministerium. Einen Vertrag mit der US Army für Battlefield-Management-Software (die Plattform „Lattice"). Und - vielleicht am wichtigsten - einen Teil eines Vertrags für die Entwicklung des Weltraum-Verteidigungssystems „Golden Dome", konkret beschrieben als Raketenschild für das kontinentale Amerika.

Brian Schimpf, CEO von Anduril, fasst den Moment zusammen: „Als wir Anduril 2017 gründeten, war Verteidigung keine Kategorie, die nennenswerte Venture-Investitionen anzog." Jetzt ist sie eine der heißesten. Shield AI sammelte 1,5 Milliarden bei 12,7 Milliarden Bewertung. Hermeus sammelte 350 Millionen bei über 1 Milliarde. Helsing legt demnächst 1,2 Milliarden bei rund 18 Milliarden hin.

Was hier passiert, ist nicht isoliert. Das US-Verteidigungsministerium diversifiziert seine Investitionen bewusst über mehrere „nächste Sterne", anstatt sich an einen Giganten zu binden. Das bedeutet langfristiger Markt, mehr Verträge, größere Budgets. Und es bedeutet, dass in den nächsten fünf Jahren Krieg auch von Software geführt wird, die heute lediglich Kapital einsammelt.

Der Balkan, der seit Jahrzehnten auf eine von Lockheed und Raytheon definierte Rüstungsindustrie blickt, wird neue Namen lernen müssen.