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400 Drohnen auf Moskau in einer Nacht: Der Krieg hat die Warteschlange an der Zapfsäule erreicht

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400 Drohnen auf Moskau in einer Nacht: Der Krieg hat die Warteschlange an der Zapfsäule erreicht

Rund 400 Drohnen in einer Nacht - so viele warf die Ukraine auf die Region Moskau, und das Ziel war keine Kaserne und kein Flughafen, sondern das, was die russische Kriegsmaschine antreibt: Öl und Logistik. Wenn der Krieg tief im eigenen Gebiet des Feindes seine Lager und Raffinerien erreicht, ist das keine Front mehr - es ist eine Botschaft.

Russischen Quellen zufolge wurden in der Nacht des 20. Juli fast 400 ukrainische Drohnen über das weitere Moskauer Umland geschickt. Mehrere Orte wurden getroffen. In Podolsk, nur rund vierzig Kilometer südlich des Kremls, brach nach dem Einschlag ein Brand in einem Öllager aus. Südlich davon, in Kojedino, brennt ein Verteilzentrum von „Wildberries" - der russischen Version von Amazon.

Brände wurden auch an Wohngebäuden in Domodedowo gemeldet, ebenso in den Lagerhallen des Logistikparks „Juschnyje Worota" bei Belyje Stolby. Der genaue Schaden wird noch geschätzt - was gewöhnlich heißt, dass er größer ist, als die Behörden zugeben wollen.

Moskaus Bürgermeister, Sergei Sobjanin, bestätigte, es handle sich um „mehr als 400 ukrainische Drohnen", und behauptete, die Luftabwehr habe 85 Fluggeräte abgeschossen, bevor sie die Stadt erreichten. Kiew kommentierte den Angriff nicht, und eine unabhängige Bestätigung der russischen Zahlen gibt es nicht. Wenn sowohl der Angegriffene als auch der Angreifer zu den Details schweigen, bleibt nur der Rauch als Beweis.

Das ist kein Vorfall, sondern ein Muster. Seit Monaten trägt die Ukraine Angriffe tief ins russische Gebiet - auf militärische, industrielle und Energieziele. Präsident Selenskyj erklärte, die getroffenen Lager hätten militärischen Zweck gehabt, und Kiew betrachtet die Ölanlagen als legitimes Ziel, weil sie die russischen Truppen an der Front versorgen.

Der Effekt zeigt sich dort, wo es am meisten schmerzt - an den Zapfsäulen. Die Angriffe stören zunehmend die russische Ölverarbeitung. Laut internationalen Berichten wird eine Moskauer Raffinerie wegen schwerer Schäden höchstwahrscheinlich bis Jahresende nicht laufen. Russland hat Exportverbote eingeführt und rationiert Kraftstoff, und aus mehreren Regionen kommen Aufnahmen stundenlanger Schlangen vor den Tankstellen.

Der Balkan kennt diese Szene auswendig - wenn ein Krieg, der „irgendwo weit weg geführt wird", plötzlich in der Kraftstoffschlange und im leeren Tank auftaucht. Der einzige Unterschied ist, wer diesmal an der Zapfsäule wartet. Für Russland, das jahrelang das Bild einer unbesiegbaren Festung verkaufte, ist die Schlange vor der Tankstelle schwerer zu verbergen als jede Erklärung des Bürgermeisters.