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Neuer Chef der ukrainischen Armee beendete seinen ersten Auftritt mit „Tod den Feinden”: Ein Wechsel in Uniform mitten an einer eingefrorenen Front

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Neuer Chef der ukrainischen Armee beendete seinen ersten Auftritt mit „Tod den Feinden”: Ein Wechsel in Uniform mitten an einer eingefrorenen Front

Die Ukraine hat einen neuen Mann an der Spitze ihrer Armee, und er beendete seinen ersten öffentlichen Auftritt mit einem Satz, der mehr sagt als das ganze Programm dahinter: „Ruhm der Nation. Tod den Feinden.” Generalmajor Mychajlo Drapatyj, 43 Jahre alt, übernahm das Kommando über die Streitkräfte der Ukraine - und gab sofort einen Ton an, der weit über Kiew hinaus widerhallte.

Drapatyj ersetzte Oleksandr Syrskyj. Zuvor führte er die Landstreitkräfte und leitete die Vereinigte Gruppe der Streitkräfte, ist also kein unbekannter Name in der ukrainischen Militärhierarchie. Seine erste Botschaft veröffentlichte er auf Facebook, mit Dank an Präsident Selenskyj und den Verteidigungsminister, und versprach einen verantwortungsvollen Dienst zum Wohl der Soldaten.

Doch nicht die Dankbarkeit erregte Aufmerksamkeit. Der Schlusssatz ist historisch mit radikalen ukrainischen nationalistischen Bewegungen verbunden, und die russischen Medien griffen ihn sofort als Beweis dafür auf, mit wem sie es zu tun haben. In einem Informationskrieg, in dem jedes Wort Munition ist, wählt ein General nicht zufällig, womit er seine erste Erklärung beendet.

Der Wechsel kam nicht im Vakuum. Die Entlassung Syrskyjs folgte auf tagelange Proteste in Kiew, die seinen Rücktritt und die Rückkehr des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow forderten. Wenn Menschen mitten im Krieg auf die Straße gehen, um einen Wechsel des Generalstabs zu fordern, ist das kein gewöhnlicher Personalschritt - es ist eine politische Krise in Uniform.

Selenskyj räumte ein, dass Fedorow und Syrskyj die Probleme mit der Koordination und die bestehenden Schwierigkeiten an der Front, in den Brigaden und im Mobilisierungssystem nicht hätten lösen können. Mit anderen Worten, die Spitze der Armee wechselt, weil die Dinge am Boden nicht funktionieren. Und dies ist die größte Umbildung des Militärkommandos seit Kriegsbeginn.

Für einen Außenstehenden vom Balkan, der nur zu gut weiß, wie es aussieht, wenn sich Armee und Politik verflechten, ist das Bild vertraut. Generäle, die kommen und gehen, Proteste, die Umbildungen erzwingen, Parolen, die nach Blut rufen - das ist nicht das Zeichen eines Staates, der die Ereignisse kontrolliert, sondern eines Staates, der versucht, sie einzuholen. Die Frage ist, ob der neue Mann das ändern wird, oder ob er einfach dieselbe eingefrorene Front erben wird.