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ChatGPT steigt in Bankkonten ein: OpenAI öffnet ein Finanzmodul mit Zugang zu 12.000 Instituten

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OpenAI hat die Türen für viel mehr als Rezept- und Aufsatzfragen geöffnet. Seit Freitag können ChatGPT Pro-Nutzer in den USA ihre Bankkonten mit dem Chatbot verknüpfen und ihn alles fragen - von der Ausgabenanalyse bis zur Rentenplanung. Vor zwei Jahren hätte man diese Daten nicht einmal einem Bankberater gegeben. Heute übergibt man sie einem Sprachmodell.

Verbunden wird über Plaid - die Finanz-Middleware, die bereits von Robinhood, Venmo und Hunderten anderen Apps genutzt wird. Über sie erhält ChatGPT Zugang zu mehr als 12.000 Finanzinstituten, darunter Schwab, Fidelity, Chase, American Express und Capital One. Nach der Verbindung - ein Dashboard mit Portfolio-Performance, Abonnements, anstehenden Zahlungen.

Die Chronologie ist interessant. Vor einem Monat kaufte OpenAI die Leute des Startups Hiro, das von Ribbit, General Catalyst und Restive unterstützt wird. Laut Unternehmen war ihre Expertise entscheidend für den Start dieses Produkts - auch wenn nicht gesagt wird, ob das Team alles gebaut hat. Eine Integration mit Intuit ist ebenfalls geplant, die eine Analyse steuerlicher Folgen eines Aktienverkaufs oder der Chancen auf eine Kreditkartenzusage ermöglicht.

Die Zahl, die OpenAI hervorhebt: mehr als 200 Millionen Nutzer fragen ChatGPT jeden Monat bereits finanzielle Dinge. Das ist keine Forschungserkenntnis - es ist das Eingeständnis, dass Menschen für Finanzberatung ein Sprachmodell aufsuchen, und das Unternehmen formalisiert die Beziehung jetzt schlicht. Das neue Modell GPT-5.5 sei stärker im Denken mit Kontext - genau das, was man für Berechnungen und Geldanalyse braucht.

Die Anziehungskraft ist klar, die Risiken ebenso. Diese Daten sind vielleicht die sensibelsten, die es gibt - in gewisser Weise sensibler als medizinische. OpenAI sagt, die Daten würden 30 Tage nach Trennung des Kontos gelöscht. Was zwischen Tag eins und Tag 30 passiert, und wohin alles gelangt - das werden Anwälte in den kommenden Jahren in dünne Scheiben schneiden. Perplexity und Anthropic sind bereits in denselben Raum eingestiegen. Es ist nicht die Frage, ob das ein Trend ist - sondern wie viel Zeit bis zum ersten großen Zwischenfall.