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Brüssel drängt Serbien plötzlich Richtung EU, Kroatien schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Die Regeln sind nicht für alle in der Schlange gleich

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Brüssel drängt Serbien plötzlich Richtung EU, Kroatien schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Die Regeln sind nicht für alle in der Schlange gleich

Brüssel erinnerte sich plötzlich an Serbien. Nach Jahren, in denen Cluster 3 verschlossen blieb, schalteten sich die höchsten Vertreter der Europäischen Kommission - an der Spitze Präsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates António Costa - persönlich ein, um Serbien die Öffnung dieser Kapitel zu ermöglichen. Diplomatischer Druck auf die Mitgliedstaaten, die den Prozess blockierten, und das im Juli, mitten in der sommerlichen Flaute, wenn Brüssel gewöhnlich schläft.

Die Reaktion aus Zagreb ließ nicht auf sich warten. Die kroatischen Medien schlugen die Hände über dem Kopf zusammen. „Jutarnji list” schrieb, „die EU hat es diesmal wirklich übertrieben, wenn es um Serbien geht”, und beschrieb die Entscheidung als unangenehme Überraschung. Ihre Botschaft ist klar: Wir hatten nicht erwartet, dass Brüssel neue Kapitel für Belgrad vorantreibt.

Und hier liegt die Frage, die man laut stellen sollte. Kroatien gehörte zu den Ländern, die die Öffnung von Cluster 3 für Serbien behinderten oder sich enthielten. Ein EU-Mitglied blockiert also aktiv die europäische Perspektive seines Nachbarn - und ärgert sich, wenn Brüssel sie freigibt. Wer behindert hier wen?

Für uns in Mazedonien, die wir an der Tür der EU warten wie am Schalter im Rathaus - seit Jahren, mit Versprechen, mit Bedingungen, die sich unterwegs ändern - hinterlässt diese Szene einen bitteren Geschmack. Wir sehen, wie der Mechanismus für den einen plötzlich zu funktionieren beginnt, wenn die Höchsten in Brüssel es wollen, während für andere derselbe Mechanismus jahrzehntelang einzufrieren versteht. Die Regeln sind, wie es scheint, nicht für alle in der Schlange gleich.

Es geht nicht darum, ob Serbien vorankommen sollte oder nicht - das ist ein eigenes Thema. Es geht um das Prinzip. Wenn ein Mitglied einen Nachbarn blockiert und dann entsetzt ist, wenn die Blockade fällt, ist das keine Sorge um die Kriterien. Das ist Politik im Gewand der Sprache der Werte. Und der Balkan erkennt dieses Kleid aus der Ferne.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Cluster 3 wirklich öffnet oder ob all dies diplomatisches Theater für eine Woche bleibt. Doch die Dynamik selbst sagt viel darüber aus, wie die Erweiterung funktioniert: nicht nach Verdienst, sondern nach dem Willen derer, die den Schlüssel halten. Und der Schlüssel liegt, wie immer, in fremden Händen.