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Die Frau, die man ablehnte, weil sie eine Vergangenheit hatte: Davina Sheffield starb mit 75, und ihre Vorfahren besaßen den Buckingham-Palast

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Die Frau, die man ablehnte, weil sie eine Vergangenheit hatte: Davina Sheffield starb mit 75, und ihre Vorfahren besaßen den Buckingham-Palast

Sie starb mit 75 Jahren, am 2. September, und die Nachricht wurde erst jetzt öffentlich - zehn Tage später, als die Familie entschied, es sei Zeit. Davina Sheffield war keine Königin, keine Prinzessin und stand nie in einem offiziellen Protokoll des Buckingham-Palasts. Dennoch galt sie der britischen Presse in den Siebzigern als die Frau, die beinahe neben Charles auf dem Thron saß.

Die Beziehung begann 1976. Charles, damals Prince of Wales, nahm sie zu gesellschaftlichen Anlässen mit, zu einer Hochzeit, und bei einem Reitturnier saß sie auf einem Platz, der den engsten Angehörigen vorbehalten war - neben Königin Elizabeth II. und dem Herzog von Edinburgh. Sie reiste mit ihm auch nach Balmoral, wo sie zudem die Königinmutter für sich gewann. Königshausexperten schrieben damals, er habe seine „Seelenverwandte“ gefunden.

Dann kam der Satz, der all das umkehrte. Ihr früherer Partner, der Seemann James Beard, erklärte öffentlich, die beiden seien liiert gewesen und hätten zusammengelebt, bevor sie den Prinzen kennenlernte. Das genügte. Die damalige Tradition verlangte, dass der künftige König eine Braut mit „makelloser“ Vergangenheit wählt, und Davina Sheffield erfüllte die Bedingung plötzlich nicht mehr - nicht wegen etwas, das sie getan hatte, sondern wegen dessen, was jemand anderes über sie sagte.

Hier lohnt es innezuhalten. Eine Frau aus der Baronsfamilie Sheffield, deren Mutter Tochter des ersten Baron McGowan und Vorsitzenden von Imperial Chemical Industries war, deren Vater bei den Grenadier Guards diente - sie also war nicht gut genug, weil sie vor dem Prinzen ein eigenes Leben hatte. Wie viel von dieser Regel hat bis heute überlebt, und wie viel ist nur von den Zeitungen in die Netzwerke umgezogen?

Historiker entdeckten später ein Detail, das erfunden klingt. Davinas Vorfahren aus der Linie Sheffield besaßen den Buckingham-Palast selbst - als er noch Buckingham House hieß, Hunderte Jahre bevor er in die Hände von Königin Charlotte überging. Die Frau, die man nicht in den Palast ließ, stammte aus der Familie, die ihn erbaut hatte.

Nach der Trennung von Charles heiratete sie 1981 Jake Morley - im selben Jahr, in dem Charles Diana heiratete. Sie bekamen 1983 Sohn Thomas, dann 1987 William und Henry. Dieselben Namen, die auch Charles' beide Söhne tragen. Ein Zufall natürlich, aber einer von der Sorte, die man nicht erfindet. Alle drei waren bis zuletzt bei ihr; verabschiedet wird sie am 2. November bei einem Trauergottesdienst nahe ihrem Zuhause in den Cotswolds.

Nach ihr wurde Charles mit Jane Wellesley, Amanda Knatchbull, Sabrina Guinness, Sarah Spencer und schließlich mit Diana Spencer in Verbindung gebracht. Wir wissen, wie das endete: Scheidung 1996, ein Jahr später die Tragödie in Paris. Und der Mann, der 1976 keine Frau mit Vergangenheit wählen durfte, heiratete 2005 Camilla - eine Frau, mit der er schon in den Siebzigern liiert war und die zwischenzeitlich mit Andrew Parker Bowles verheiratet gewesen war.

Mit anderen Worten: Die Regel, die Davina Sheffield aus der Rechnung nahm, wurde später schlicht verworfen. Nicht korrigiert, nicht öffentlich überprüft - nur leise beiseitegelegt, als sie eben jenem Mann im Weg stand, in dessen Namen sie angewandt worden war. Das ist der Unterschied zwischen einem Prinzip und einem Werkzeug, und dieser Unterschied wird selten eingeräumt, solange alle noch leben.