Skip to content

Ein Kilo Paprika kostet 26 Denar in der Erzeugung und wird für 15 aufgekauft: Deshalb landet die Ernte dieses Jahr unter den Traktoren

1 Min. Lesezeit
Teilen
Ein Kilo Paprika kostet 26 Denar in der Erzeugung und wird für 15 aufgekauft: Deshalb landet die Ernte dieses Jahr unter den Traktoren

Die Produktionskosten für ein Kilo Paprika betragen 26 Denar. In diesen 26 Denar stecken Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, Bewässerung, Kraftstoff und Arbeitskraft. Der Ankaufspreis an einem Teil der Sammelstellen liegt bei 15 Denar.

Für jedes abgelieferte Kilo verliert der Landwirt also 11 Denar. Und deshalb landet ein Teil der diesjährigen Ernte statt beim Aufkäufer unter den Traktoren - die Bauern pflügen ihre eigenen Felder samt Paprika unter.

Besonders bei der Sorte „Kurtovska Kapija“, bei der nach zuvor vereinbarten Preisen die erste Klasse zu 40 Denar je Kilo hätte aufgekauft werden sollen. Vor Ort, sagen die Erzeuger, wird selbst die beste Ware für 15 bis 18 Denar übernommen.

Die Mechanik des Drucks

Die Bauern aus Pelagonien beschreiben es ohne einen einzigen Fachbegriff: „An den Sammelstellen wissen sie, dass den Bauern die Paprika verdirbt, und deshalb halten sie den Preis unten. In einem Monat, wenn es keine Paprika mehr gibt, dann geben sie dir auch 80 Denar das Kilo, aber dann hast du keine Paprika und es nützt dir nichts.“

Das ist die ganze Geschichte in drei Sätzen. Die Ware ist verderblich, die Frist unerbittlich, und die Gegenseite weiß das. Der Bauer hat keine Option zu warten - die Paprika wartet nicht. Der Aufkäufer hat alle Optionen.

Gjorgji Karakašev, Präsident des Nationalen Agrarnetzwerks, fügt den nächsten Teil hinzu: Neben dem niedrigen Preis wollen die Aufkäufer die niedrigeren Klassen gar nicht nehmen, die dann auf den Feldern verfaulen. Der Ankauf erfolgt planlos und nicht kontinuierlich.

Aus seiner Sicht wird auch der Staat nicht Herr über das, was er das „Wildern“ der Aufkäufer und Händler nennt, die den vereinbarten Preis von 40 Denar für die erste und 30 für die erste-zweite Klasse nicht einhalten.

Sechzig Denar jenseits der Grenze

In den Nachbarländern wird rote Paprika für rund einen Euro aufgekauft, also etwa 60 Denar je Kilo. Viermal so viel wie an einem Teil der heimischen Sammelstellen.

Die Erzeuger erklären den Unterschied mit den höheren Subventionen in den Ländern der Region - darunter Albanien, Serbien, Griechenland und Bulgarien - weshalb der mazedonische Bauer auf ausländischen Märkten schwerer mithalten kann.

Es gibt noch einen zweiten Druck. Als Beispiel nennen sie Bulgarien, das ihrer Darstellung nach CEFTA-Mechanismen nutzt, um Importe mazedonischer Erzeugnisse zu begrenzen. Im jüngsten Fall wurden neun Tonnen mazedonischer Paprika zurückgeschickt, zusammen mit den zuvor zurückgewiesenen 11,6 Tonnen also insgesamt rund 20 Tonnen.

Also: Der Preis drinnen ist die Hälfte der Kosten, der Preis draußen das Vierfache, und der Weg nach draußen ist versperrt. Das ist kein Markt - das ist ein enger Gang, in dem die eine Seite weiß, dass die andere hindurch muss.

Was sie fordern

Die Forderung der Erzeuger ist bescheidener, als die Geschichte nahelegt. Sie verlangen keinen höheren als den vereinbarten Preis - sie verlangen, dass der vereinbarte eingehalten wird. Vierzig Denar für die erste Klasse, genau so, wie der Minister es öffentlich gesagt hat.

„Soll er durch die Dörfer fahren, soll er die Sammelstellen abgehen, dann sehen wir, ob die schönste Paprika 40 oder 15 Denar wert ist“, sagen die Bauern.

Wenn eine Vereinbarung zwischen Ministerium, Erzeugern und Aufkäufern auf dem Papier existiert, an der Sammelstelle aber ein anderer Preis gilt, dann ist die Frage keine wirtschaftliche. Die Frage ist, wer die Zuständigkeit hat, an dieser Sammelstelle aufzutauchen - und warum das bislang nicht geschehen ist.