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Die EZB hob die Zinsen um 0,25 Punkte, und der Sechsmonats-Euribor ist dieses Jahr bereits von 2,105 auf 2,80 Prozent gesprungen

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Die EZB hob die Zinsen um 0,25 Punkte, und der Sechsmonats-Euribor ist dieses Jahr bereits von 2,105 auf 2,80 Prozent gesprungen

Die Europäische Zentralbank hat ihre drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Seit dem 16. September liegt der Einlagensatz bei 2,50 Prozent, der Satz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,65 und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90 Prozent. Es ist die zweite Erhöhung, seit die EZB im Juni nach dreijähriger Pause wieder mit der Straffung begonnen hat.

Für einen Bürger in Skopje mit einem Immobilienkredit in Euro läuft all das auf eine einzige Zahl hinaus - den Euribor.

Der Sechsmonats-Euribor lag zu Jahresbeginn bei 2,105 Prozent. Am 9. September erreichte er bereits 2,80. Allein seit Anfang Juli stieg er von 2,554 auf rund 2,8 Prozent. Bei Krediten mit variablem, an diesen Referenzsatz gebundenem Zins bedeutet das eine höhere Monatsrate bei der nächsten regulären Anpassung.

Es betrifft nicht alle, ein Trost ist das aber nicht

Bei Verträgen mit festem Zins gibt es keine automatische Änderung. Bei variablen hängt es davon ab, welcher Referenzsatz im Vertrag steht, wie hoch die Bankmarge ist und in welchem Rhythmus die Bank den Zins anpasst. Ein Kredit, der alle sechs oder zwölf Monate überprüft wird, spürt den neuen Satz erst zum vereinbarten Termin.

Der Effekt trifft also nicht alle am selben Tag, sondern der Reihe nach. Ein praktisch wichtiger Unterschied - aber keiner in der Richtung: Der Anstieg des Euribor zeigt, dass der europäische Bankenmarkt die Erwartung höherer Zinsen längst einpreist.

Warum ein Zins aus Frankfurt in Skopje spürbar ist

Der Denar ist gegenüber dem Euro stabil, und genau deshalb sind Entscheidungen aus Frankfurt keine fremden Nachrichten. Das heißt nicht, dass die Nationalbank automatisch jeden Schritt der EZB nachvollzieht, doch eine längere Phase hoher europäischer Zinsen verengt den Spielraum für eine rasche Senkung der heimischen Sätze.

Der Grund für die gesamte Straffung ist Energie. Im August erreichte die Jahresinflation im Euroraum 3,3 Prozent gegenüber 2,9 im Juli - der höchste Wert seit September 2023. Die Energieinflation stieg von 10,3 auf 14,3 Prozent, bei begrenztem Rohölangebot infolge der Kämpfe rund um die Straße von Hormus. Der Preis für Brent-Öl überschritt erneut die Marke von 100 Dollar je Barrel.

Interessant ist, dass die Verteuerung bislang nicht gleichmäßig in den Rest der Wirtschaft überschwappt. Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sank von 2,5 auf 2,4 Prozent. Die Inflation bei Dienstleistungen fiel von 3,3 auf 3 Prozent. EZB-Ökonomen schätzten, dass rund 90 Prozent des Anstiegs der Energieinflation zwischen Januar und Mai von angebotsseitigen Faktoren getrieben war.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den Wellen von 2021 und 2022, als auch Nachfrage und fiskalische Maßnahmen eine größere Rolle spielten. Jetzt liegt das Problem auf der Angebotsseite - und der Leitzins ist ein Instrument, das auf die Nachfrage wirkt.

Die EZB erwartet für dieses Jahr eine Durchschnittsinflation von 3 Prozent, 2,5 im Jahr 2027 und 2,1 im Jahr 2028. Die Prognosen für die Folgejahre wurden gegenüber Juni nach oben revidiert. Ob eine weitere Erhöhung folgt, kündigte die Bank nicht vorab an - entschieden wird nach den neuen Daten.

Für jeden, der eine an den Euribor gebundene Rate zahlt, heißt das: Die nächste Anpassung sagt mehr als jede Mitteilung.