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Das Ministerium feierte das BB+, während Fitch im selben Bericht vor einem schwächer werdenden Fiskalanker warnte

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Das Ministerium feierte das BB+, während Fitch im selben Bericht vor einem schwächer werdenden Fiskalanker warnte

Die Agentur Fitch bestätigte Mazedoniens Kreditrating auf BB+ mit stabilem Ausblick. Das Finanzministerium nannte das noch am selben Tag eine „Bestätigung der Stabilität und Konsistenz der Wirtschaftspolitik“ und ein „bedeutendes Signal an die internationalen Finanzmärkte“.

Die Mitteilung lügt nicht. Sie erwähnt aber auch nicht, was in genau diesem Bericht steht.

BB+ liegt exakt eine Stufe unter dem Investment-Grade BBB-. Die Note bedeutet, dass das Land seine Verbindlichkeiten regelmäßig bedienen kann, gegenüber Ländern mit Investment-Grade jedoch anfälliger für wirtschaftliche und finanzielle Schocks bleibt. Dasselbe Rating wie im Vorjahr. Derselbe Ausblick. Also kein Fortschritt, sondern Halten der Position.

Wovor die Agentur warnt - und was nicht in die Mitteilung kam

Fitch warnte, die Anhebung des Haushaltsdefizitziels für 2026 von 3,5 auf 4,1 Prozent des BIP schwäche den Fiskalanker und schaffe ein Risiko für die Schuldenstabilisierung auf mittlere Sicht. Der Nachtragshaushalt wurde mit zusätzlichem Bedarf bei laufenden und investiven Ausgaben von bis zu 1,1 Prozentpunkten des BIP begründet.

Die Zahlen hinter dieser Warnung sind konkret. Bis einschließlich Mai erreichte das Haushaltsdefizit 2,6 Prozent des prognostizierten Jahres-BIP. Die Einnahmen stiegen um 5,7 Prozent, die Ausgaben um 8,5 Prozent - schneller als die Einnahmen. Die Investitionsausgaben schnellten im Jahresvergleich um 44,8 Prozent nach oben.

Zugleich senkte die Agentur die Wachstumsprognose für 2026 auf 2,9 Prozent, gegenüber 3,5 Prozent im Jahr 2025. Also: schwächeres Einnahmenwachstum in einer Phase, in der die Ausgaben hoch bleiben.

Die Schulden, die nicht sinken wollen

Die Schulden des Gesamtstaats stiegen von 51,6 Prozent des BIP Ende 2025 auf 52,1 Prozent zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres. Vor der Anhebung des geplanten Defizits erwartete Fitch, dass diese Quote moderat sinkt und 2028 bei rund 51,4 Prozent liegt. Mit dem neuen Haushaltsbedarf lautet die Erwartung nun Stabilisierung auf durchschnittlich rund 52,7 Prozent im Zeitraum 2026-2028.

Das ist ein Unterschied in der Richtung, nicht nur in den Nachkommastellen. Der Pfad, der abwärts führte, führt nun in die Ebene.

Mazedonien hat dieses Jahr bereits zwei Eurobonds über je 500 Millionen Euro begeben, unter anderem zur Refinanzierung des im Juni fälligen Eurobonds über 700 Millionen. Im Mai wurde zudem ein syndizierter Kredit über 260 Millionen Euro vereinbart. Aus der europäischen Reform- und Wachstumsfazilität erhielt der Staat nach Erfüllung eines Teils der Reformschritte 65,7 Millionen Euro.

Die zwei möglichen Richtungen

Die Agentur war auch klar dabei, was das Rating bewegen würde. Nach unten: ein deutlicher und dauerhafter Anstieg der Schuldenquote infolge des Scheiterns einer glaubwürdigen Konsolidierungsstrategie. Nach oben: ein starker und nachhaltiger Schuldenabbau, besseres Management der öffentlichen Finanzen, höheres Potenzialwachstum und Fortschritte bei der EU-Integration.

Auf der Habenseite führt Fitch die konsistente Makropolitik, die langjährige Stabilität des Denar zum Euro und günstige Governance-Indikatoren im Vergleich zu ähnlichen Ländern an. Auch das reale Wirtschaftswachstum beschleunigte sich - 4,3 Prozent im zweiten Quartal, getragen von Bau und verarbeitendem Gewerbe. Auf der Sollseite bleiben die kleine Volkswirtschaft, schwache Produktivität, strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt und die hohe Euroisierung.

Sowohl die triumphale Mitteilung als auch die Warnung stammen also aus demselben Dokument. Der Unterschied liegt darin, wer welchen Teil laut vorgelesen hat. Der nächste Schritt - Richtung BBB- oder in die Gegenrichtung - hängt davon ab, ob das Wachstum von echter fiskalischer Konsolidierung begleitet wird und nicht nur von neuer Verschuldung.