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23.04.2026
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12.04.2026
Der stellvertretende Außenminister Zoran Dimitrovski hat im Sender TV21 erneut ein Thema aufgemacht, von dem in Skopje alle müde sind, das aber alle wieder aufgreifen: Bulgarien und die Verfassung. "Die Bulgaren werden Teil der Verfassung werden - aber nur, wenn wir eine ausgestreckte Hand sehen, was die Rechte der Mazedonier in Bulgarien und Garantien zu Identitätsfragen betrifft."
Der Satz trägt eine ganze Strategie. Skopje baut seit zwei Jahren eine neue diplomatische Linie auf: Identitätsfragen können keine Bedingung für die EU-Integration sein. Dimitrovski sagt das offen. Und er verknüpft es: wir sind bereit für Verfassungsänderungen, aber nicht zu Sofias Bedingungen.
Eine konkrete Frage: die Registrierung mazedonischer Vereine in Bulgarien. Das ist eine praktische Sache, die weder Verfassung noch Einigung über Geschichte erfordert. Nur guten Willen von bulgarischer Seite. Sofia lehnt dies bisher systematisch ab. "Mazedonische Vereine" in Bulgarien werden beharrlich mit der juristischen Behauptung abgelehnt, eine "mazedonische Minderheit" existiere nicht.
Dimitrovski fügte etwas Wichtiges hinzu. Dass Fragen von Geschichte und Identität "komplex sind und einen langen Zeitraum benötigen". Gemeinsame Kommissionen können "jahrzehntelang" arbeiten. Damit erkennt unsere Diplomatie die Realität an: in dieser Amtszeit, in der nächsten und vielleicht auch in einer dritten wird die Frage Goce Delčev oder die Wörter in den Schulbüchern nicht gelöst.
Die bulgarische Seite nutzt das Vetorecht als Instrument. Nicht nur auf EU-Beitrittsebene. Dimitrovski deutete an, "Sofia ist bereit, es auch breiter zu nutzen - sogar außerhalb des formalen Prozesses". Das ist eine Botschaft an Brüssel, nicht nur an Skopje. Bulgarien erhält einen besonderen Status in der europäischen Politik - ein Staat, der blockieren kann, wann immer er will.
Der Balkan sieht das mit gemischten Gefühlen. Einerseits Sympathie für Skopje, weil jeder Staat in der Region seinen "Veto-Nachbarn" hat. Andererseits der Verdacht, dass Rhetorik ohne konkrete Strategie die Lösungen nur aufschiebt. Wenn ein Staat jahrzehntelang auf dieselbe Wand starrt, ist die Frage, ob die Wand zu hoch ist oder ob wir zu klein gewachsen sind.
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