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Dubai auf der Flucht: 120 Milliarden Dollar von den Börsen verdampft, die Reichen verlagern ihr Geld nach Singapur und in die Schweiz

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Dubai verschiebt sich vom Symbol „sicherer Hort des Reichtums" - zum Beispiel dafür, wie eine ganze Wirtschaft in wenigen Wochen einbrechen kann. Nach iranischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die emiratische Infrastruktur verloren die Börsen in Dubai und Abu Dhabi rund 120 Milliarden Dollar an Wert. Das ist keine Korrektur - das ist Flucht.

Die Hotelbelegung fiel von 70-80 Prozent auf rund 20. Der Flugverkehr - um zwei Drittel reduziert. Die Tourismusbranche steht praktisch in Liquidation. Allein im Februar saßen rund 30.000 deutsche Touristen ohne Rückreisemöglichkeit fest. Und während offizielle ausländische Gäste über die Wiederaufnahme der Flüge diskutieren, haben die lokalen Reichen bereits entschieden: Das Geld wandert nach Singapur und in die Schweiz.

„Immer mehr Klienten fragen, was die Alternative ist," sagt Ryan Lin, Anwalt bei der Singapurer Kanzlei Bayfront Law. Das bestätigt auch Till Christian Budelmann, Privatbankier beim Schweizer Bergos: „Kapitalschutz wird jetzt durch Geografie bestimmt, nicht durch Steueroptimierung."

Der Experte für Golfstaaten Sebastian Sons vom Carpo-Institut sagt, der Schlag sei für Dubai doppelt schmerzhaft: wirtschaftlich und reputationsmäßig. Zehn Jahre des Bildes „weiches Polster für Reichtum" - Türme, die nicht fallen, ein Flughafen, der nicht stoppt, Banking ohne Fragen - sind jetzt zerbrochen. Nicht für immer, aber für mehrere Jahre sicher. Und in der Reputationsbranche sind ein paar Jahre eine Ewigkeit.

Für den Balkan ist das eine Lektion, für die wir schon bezahlt haben: keine Szene ist „immun" gegen Geopolitik. Du kannst Dubai sein. Du kannst Beirut sein. Du kannst Skopje in den 90ern sein. Frage ist, auf welcher Großmachtstraße du sitzt, nicht wie viele Sterne das Hotel hat. Öl- und Gaspreise in der ganzen Region zeigen einen weiteren Effekt - die blockierte Straße von Hormus drückt die Petrochemie-Exporte weiter, was bedeutet, dass auch unsere Tankstelle den fernen Schlag spürt.