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Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius: ein Amerikaner, ein Franzose, ein Grieche - und ein Anden-Stamm mit 40 Prozent Sterblichkeit

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Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius wird zum neuen globalen Fall für die öffentliche Gesundheit. Hantavirus, bisher als lokale Rarität in Argentinien und Chile behandelt, reist nun um die Welt - ein US-Passagier positiv (asymptomatisch), ein Franzose mit Symptomen in Isolation, ein Grieche in Quarantäne in Athen. Massenevakuierung von Teneriffa in die nationalen Hauptstädte.

Sechs Personen positiv getestet, drei Todesfälle seit Beginn des Ausbruchs, einer davon an Bord. Patient null - Leo Schilperoord, 70-jähriger niederländischer Ornithologe, hatte sich vermutlich in der Region Ushuaia, Argentinien, infiziert, bevor er an Bord ging. Denn dort - an der Südspitze Südamerikas - lebt die langschwänzige Reisratte, der natürliche Wirt des Anden-Stamms.

Dieser Stamm hat eine Sterblichkeit von rund 40 Prozent. Eine Rate, die jede pandemische COVID-Variante übertrifft. Aber sofort dazu: Er überträgt sich nicht leicht. Deshalb wiederholte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: „Dies ist kein zweites COVID. Das Risiko für die Öffentlichkeit ist niedrig." Übersetzung: keine Panik. Aber Kontrolle ist nötig.

Wie funktioniert das Virus? Hauptsächlich über Kontakt mit Kot, Urin oder Speichel infizierter Nager - wenn Menschen in geschlossenen Räumen Partikel einatmen. Die Inkubation dauert ein bis acht Wochen. Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen, dann ein kardiopulmonales Syndrom. Über 10.000-100.000 Fälle pro Jahr weltweit, hauptsächlich in Asien und Europa. Der Anden-Stamm ist anders - er greift die Lunge an, und im Gegensatz zu anderen Hantaviren - er kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Deshalb lockert Griechenland die Maßnahmen nicht. Minister Adonis Georgiadis wiederholte, es gebe „absolut keinen Grund zur Ausbreitungsangst" - eine Standardformel zum Panikmanagement. Gleichzeitig setzt Athen auf ernsthaftes Screening aller Passagiere vom Schiff. Keine Panik. Kein Entspannen. Dazwischen - jener schmale Pfad öffentlicher Gesundheit, den der Balkan nicht einmal mit COVID gelernt hat.

Für Mazedonien ist das kein Test. Noch nicht. Aber die Frage ist, ob wir die Kapazität haben, falls ein Hantavirus-Patient nach einer Kreuzfahrt am Flughafen Skopje landet. Haben wir Isolationsräume? Haben wir Tests? Haben wir ein Protokoll? Das sind Fragen, die ans Gesundheitsministerium gehen müssen, bevor es zu spät ist, nicht danach.