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Zehn Jahre nach der Flut in Gazi Baba: 22 Namen laut verlesen, und die Angst kehrt bei jedem Unwetter zurück

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Zehn Jahre nach der Flut in Gazi Baba: 22 Namen laut verlesen, und die Angst kehrt bei jedem Unwetter zurück

Zweiundzwanzig Namen wurden gestern Abend im Kulturhaus „11 Oktomvri” in Chento laut verlesen. So viele Menschen starben bei der Flut, die im August 2016 die Gemeinde Gazi Baba traf.

Zehn Jahre später saßen die Familien erneut im selben Saal, um die Namen ihrer Angehörigen zu hören. „Die Zeit hat die Erinnerungen nicht gelöscht und die Trauer der Familien, die ihre Liebsten verloren haben, nicht gemindert. Ihr Schmerz ist auch unser Schmerz”, schrieb der Bürgermeister von Gazi Baba, Boban Stefkovski.

Er betonte, die Gedenkfeier sei nicht nur eine Erinnerung an eine große Tragödie, sondern ein Akt des Respekts, der Würde und der Dankbarkeit. Dankesplaketten gingen an das Innenministerium, die Armee der Republik Mazedonien, die Botschaften der USA, Bulgariens und der Türkei, an den früheren Skopjer Bürgermeister Koce Trajanovski und an Toni Bojkovski, den Koordinator der Gemeinde Gazi Baba für die Flutbewältigung.

Was am 6. August 2016 in Stajkovci und den umliegenden Siedlungen geschah, war kein gewöhnlicher Sommerregen. Das Wasser kam binnen Minuten, drang in die Häuser ein und riss Autos samt den Menschen darin fort. Zweiundzwanzig Familien verloren in dieser Nacht einen Angehörigen.

Stefkovski erklärte: „In jenen Tagen gab es keine Unterschiede. Es gab nur ein Ziel - Menschenleben zu retten, jeder Familie zu helfen und dorthin Hoffnung zurückzubringen, wo die Flut Verwüstung hinterlassen hatte.”

Für jene Tage stimmt das. Die Frage, die zehn Jahre später noch immer im Raum steht: Was hat sich danach geändert?

Die Flut von 2016 war vor allem eine Frage der Entwässerung - der Flussbetten, Kanäle und Systeme, die nicht standhielten. Zehn Jahre sind genug Zeit, um Infrastruktur zu bauen, die eine Wiederholung verhindert. Ist sie gebaut? Jedes neue Unwetter über Skopje bringt bei den Menschen in Stajkovci, Singjeliḱ und Chento dieselbe Beklemmung zurück, und diese Beklemmung ist nicht irrational - sie ist Erinnerung.

Die Dankesplaketten sind verdient. Jeder, der in dieser Nacht ins Wasser ging, hat eine verdient. Aber Dankbarkeit gegenüber den Rettern ist nicht dieselbe Art von Verantwortung wie die Verpflichtung, dass sich das nie wiederholt.

Die Gedenkfeier endete mit einem Satz, der den Kern besser trifft als jeder Bericht: „Wir werden euch nie vergessen. Nie wieder soll sich das wiederholen.”