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Gold - der ewige „sichere Hafen” für jeden, der der Unsicherheit entflieht - zeigte in diesen Tagen, dass auch es nicht unantastbar ist. Nach einer Reihe scharfer Rückgänge stabilisiert sich der Preis um 4.000 Dollar je Unze, nachdem er im vorangegangenen Handel um etwa zwei Prozent gefallen war. Das Metall, das seit Jahrhunderten Sicherheit bedeutet, erinnerte im Nu daran, dass auch es schlechte Tage hat.
Auf dem Spotmarkt wurde Gold zu etwa 4.037 Dollar je Unze gehandelt, mit einem kleinen Tagesrückgang. Die Ursache des Drucks ist bekannt: ein stärkerer Dollar, höhere Renditen auf US-Anleihen und Erwartungen einer neuen Zinserhöhung. Und da ist das Paradox - obwohl Gold traditionell als Schutz vor Inflation gilt, mindern höhere Zinsen seine Attraktivität, denn das Metall trägt keinen Zinsertrag wie Anleihen oder Sparanlagen.
Einen zusätzlichen Schlag brachte der Sprung des Ölpreises über 100 Dollar je Barrel, der die Angst vor neuer Inflation und der Möglichkeit verstärkte, dass die Zentralbanken die Zinssätze noch einmal anheben. Die Märkte schätzen die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im September auf etwa 81 Prozent.
In der jüngsten Zeit bewegte sich der Goldpreis in einer weiten Spanne - zwischen etwa 3.980 und 4.170 Dollar je Unze. Die Zone um 4.000 Dollar ist nun eine wichtige psychologische Grenze; hält sie, bleibt das Metall stabil, bricht sie nach unten, folgen neue Turbulenzen.
Die Lehre für den gewöhnlichen Menschen, der überlegt, seine Ersparnisse in Gold zu halten, ist nüchtern: Nicht einmal der älteste sichere Hafen ist immun gegen die Wellen. Wenn sich alle Märkte in dieselbe Richtung bewegen, schwimmt selbst Gold mit dem Strom - und die weitere Bewegung wird vom Öl, vom Dollar und von den Entscheidungen der Zentralbanken abhängen, nicht vom Glauben, dass Gold immer nur steigt.
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